Tagsüber geht es mir eigentlich ganz gut, aber dann kommt der Abend und ich kann nicht einschlafen und ich wache mit Bauchweh auf. Ich träume von allem und bin sehr unerholt. Bin nicht 100% sicher, inwiefern ich mich selbst und den Rest der Welt anlüge, dass es prima ist, hier zu sein. Es ist prima. Aber es ist auch anstrengend, weil sowas eh schon anstrengend ist. Aber jetzt ist es noch anstrengender. Gleichzeitig auch Panik, weil nur noch so wenig Zeit ist und ich gefühlt nichts geschafft habe. Weiß auch nicht, wie es weitergeht, aber das weiß ja vielleicht auch niemand gerade.

{ein Monat} März

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Den ganzen März war ich nur in Tartu. Der Radius, in dem ich mich bewegt habe, ist brutal klein. Das liegt auch an der Situation. Ich hatte nämlich durchaus Bustickets nach Tallinn gebucht gehabt. Aber nein.

In Tartu bewege ich mich aber immer noch – ich gehe einkaufen und laufen und treffe noch ca. 3 Leute. Manchmal mache ich Fotos dabei.

Manchmal arbeite und esse ich auch. Das muss auch sein.

Und ansonsten beschäftigt man sich halt so, wenn man seine Umwelt nicht mehr so richtig wahrnehmen darf (ich wollte Museen ansehen! Und Estland!). Nun ja.

Medial kann man sich auch berieseln lassen: Ich habe Modern Family geguckt und warte nun darauf, dass die 11 Staffel komplett gelaufen ist, dann werde ich diese auch noch ansehen. Weiterhin verfolge ich den aktuellen Status von Grey’s Anatomy. Irgendwann habe ich auch die dritte Staffel 13 reasons why angesehen und fand das sogar sowas wie spannend. Am Ende des Monats habe ich angefangen House zugucken, weil ich das so lange nicht mehr gesehen hatte und mit M. haben wir (das ist sehr russisch) ein paar Folgen Fresh Prince of Bel Air gesehen, weil geht immer. Wir gucken auch gelegentlich Let’s dance zusammen.

Film gab’s diesen Monat die Folgenden: Eurotrip (schlecht), Dirty Dancing (mega!) und Knives Out (lustig), alle in Gesellschaft von M&D.

Außerdem habe ich diesen Monat ein kleines Rammsteinproblem, was dazugeführt hat, dass ich die Amerika-Doku noch mal angesehen habe (Rammstein in Amerika) und die beiden Bücher von Flake (Der Tastenficker und Heute hat die Welt Geburtstag) angehört habe und seitdem ich damit fertig bin, ist mein Leben verwirkt, denn ich weiß nicht mehr, was ich tun soll.

So ist das. Wollte mehr schreiben, aber man hat ja nichts mehr zusagen.
J.

{12 von 12} Ein Tag in Tartu

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1. Aufwachen mit Pudding.

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2. Ich habe mir ja vorgenommen zu stricken.

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3. Wäsche musste auch gewaschen werden.

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4. Literaturrecherche: Offene Stellen schließen

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5. Das Buch muss in Tartu fertig gelesen werden!

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6. Ausflug nach Draußen

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7. Stipendiumsgeschäfte

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8. Nachmittagspause

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9. Und weiter

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10. Kleiner Ablenkungsjoggingausflug

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11. Abendessen

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12. Weiter mit Fußball

Und so werde ich hier auch weiter sitzen, die zweite Halbzeit gucken und versuchen diesen einen verdammten Absatz noch zu schreiben.

J.

Supermarktbeobachtungen

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Geht man in einen deutschen Supermarkt, so ist – meiner Erfahrung nach – ein Großteil des Warenangebots auf Deutsch beschriftet. Ich kann mich gerade an wenige Ausnahmen erinnern, meistens dann im Rahmen einer Sonderaktion (Russische Wochen! Pelmeni für alle!).

In Estland ist das anders, man findet ein buntes Sammelsurium an Marken und Sprachen. Für jeden Etwas dabei, nur für Esten scheinbar nicht. Vielfach gibt es dann aber auf der Rückseite einen Aufkleber, auf dem die Zutaten dann auf Estnisch aufgeführt sind.

Supermarkt01

Weiterhin mache ich gerne immer noch den Fehler aus meiner Finnlanderfahrung auf Estland zu schließen, weil es ja direkt um die Ecke ist und durchaus sprachlich verwandt. Das führt aber manchmal zu Irritationen, z.B. wenn man im Supermarkt steht und Milch sucht und sich wundert, dass es im gesamten Supermarkt keine echte Milch gibt, aber scheinbar große Mengen an Buttermilch. Da muss man dann aber lernen, dass piim ist estnisch für Milch, piimä finnisch für Buttermilch.

Supermarkt02

Ich kaufe übrigens weder piim noch piimä, weil ich das nicht brauche, es war eine reine Forschungsfrage.

Ich finde übrigens sowohl die Übersetzung võipiim als auch petipiim als estnische Variante für Buttermilch (das erste ist eine direkte Übersetzung). Ich werde mal nachforschen, welches es jetzt tatsächlich ist.

So ist das hier im Supermarkt.
J.

Alleine im Zimmer

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Ich sitze in meinem Wohnheimzimmer in Tartu. Seit etwa einer Woche ist meine Zimmernachbarin auch in Tartu angekommen und sie ist sehr nett und bisher haben wir uns gut verstanden, aber ich bin auch nicht traurig, dass sie nun eine Woche reist und nicht hier ist – sich das Zimmer zu teilen ist doch eine sehr intime Angelegenheit. Vor allem wenn man, wie ich, ein so fauler Mensch ist und gerne Zeit in seinem Zimmer verbringt und das eben vorzugsweise alleine.
Gestern habe ich auch eine Party abgesagt bzw. bin einfach nicht erschienen, weil ich erneut feststellen musste, dass ich einfach nicht mehrere Tage hintereinander Leute treffen kann. Ich brauche dann Pausen. Gestern habe ich also nur mit der Frau an der Kasse des Supermarktes geredet (ca. drei Wörter) und mit Dario telefoniert, das hat dann auch gereicht. Ich schraube das aus Selbstschutz auch nächste Woche etwas runter, nehme ich an, letzte Woche war außer Montag jeden Tag was. Und gestern dann eben auch nicht. Heute aber wieder. Da muss ich später noch raus!
Dabei mag ich die Leute hier. Es ist wunderprächtig, dass ich hier so viele Leute kenne, die alle nett und offen und klug sind. Aber ich kann die eben nicht ständig sehen. Dass ist zu anstrengend für mich und dann kann ich nicht schreiben und dafür bin ich ja eigentlich hier.
So isses. Grüße aus meinem Zimmer, bitte redet nicht mit mir, danke.
J.

{ein Monat} Veebruar

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Der Februar fing ja eigentlich im Budapest an, aber das habe ich einfach im Januar abgehandelt, weil thematischer Zusammenhalt auch wichtig ist. So isses.

Dann war ich eine Woche zuhause, sah Menschen und Pferde und die Uni. Das war aufregend. Und dann ging es nach Marokko. Zwei Wochen Spaß, Spaß, Spaß mit meiner Schwester. War prima gewesen. Folgt sicherlich noch was zu.

Und, da wir von Düsseldorf aus flogen, gab es mal wieder eine Zug An- und Abreise meinerseits, was natürlich zu einer Erweiterung der allseits beliebten Reihe „Duisburger Bahnhof“ führte. Wurde ja auch mal wieder Zeit (seit dem Autokauf war ich dreimal in Düsseldorf und das dreimal mit dem Auto).

Nach zwei vergnüglichen (allerdings schon verschnupften) Tagen, ging es dann wieder los. Über Riga nach Tartu. Hier bleibe ich jetzt erstmal, obwohl hier Schnee liegt. Ist schon okay. Vor allem weil ich mir am ersten Tag erst einmal passende Schuhe gekauft habe.

Medial war der Monat unspektakulär. Ich gucke immer noch Modern Family und die aktuellen Grey’s Anatomy-Sachen. In Marokko lebte ich größtenteils medial befreit, nur Morocco mit Marlene Dietrich haben wir angesehen. Krank in Tartu habe ich dann außerdem noch The Fellowship of the Ring angesehen. Was für ein schöner Film! Außerdem läuft wieder Let’s dance und ich kann nicht anders.

Jetzt erstmal richtig in Tartu ankommen und loslegen. Los, los, los.
J,

Tartu

Es ist so, dass ich aus Marokko zurückgekehrt war und nun in Tartu bin und es mir gut gefällt, auch wenn noch rein gar nichts passiert ist, weil ich relativ kränklich bin und deswegen z.B. noch nicht mal einen Spaziergang oder dergleichen unternommen habe. Ich habe von den Leuten, die ich hier kenne, bisher vier getroffen und… ca. vier neue Leute kennengelernt. Allerdings wohnen drei davon auch in dem gleichen Apartment-Teil im Wohnheim, die konnte ich nur kennenlernen.

So ist es bisher, es scheint, ich bin erkältet, ich erledige Kleinkram, komme nicht zum Großen, muss aber auch erstmal gesund werden. Es geht alles sehr schnell. Ich trinke Tee.

J.