{Reisefreitag} Odessa | Der lange Weg zurück

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Schon wieder nicht pünktlich – aber immerhin kann ich mich diesmal mit einer Gehirnerschütterung rausreden, ich muss diesen Eintrag in meiner sorgfältig eingeteilten Computerzeit schreiben, denn eigentlich wird mir von Bildschirmen derzeit recht schnell schlecht. Lesen geht fast, aber auch nicht so gut. Ein Trauerspiel. Fahrt kein Fahrrad, Kinder, das ist gefährlich!

Odessa jedenfalls, der nächste Tag. Der letzte vollständige Tag. Wir sind zu dritt durch Odessa gelaufen. Odessa ist eine, wie es mir jedenfalls schien, recht vielfältige Stadt. Sehr grün, sehr modern, sehr grau, sehr Plattenbau. Von allem etwas. Und das Meer. Die Innenstadt ist eher grün und prunkvoll.

imgp5020 imgp5021Voller prächtiger Statuen und Stühle. Und prächtige Stühle zeichen Städte ja aus, da weiß man gleich, hier ist man in einer Stadt, die was auf sich hält.

imgp5023Einkaufspassagen gibt’s auch. Ich habe hier prachtvolle Wollstrümpfe gekauft, da sind kleine Vögel drauf. Vögel gehören zu den von mir bevorzugten Motiven, deswegen kann ich da schlecht nein sagen und ich bekomme schnell kalte Füße und ich friere wirklich nicht gerne. Heute morgen hatte ich diese prachtvollen Strümpfe an und war gleich weniger traurig (Gehirnerschütterungen machen enorm traurig).

Postkarten haben wir auch gekauft! Da kommen die Karten her, die hundert Jahre zu spät angekommen sind! Dort wurden sie im Mai gekauft! Man man es kaum glauben.

Das Wetter war übrigens auch überaus pompös. Die Sonne schien.

imgp5029 imgp5030imgp5039Dann sind wir über einen kleinen Markt gelaufen, haben kein Souvenirkitsch gekauft und sind in eine Kirche gegangen. Ich glaube, es ist die Verklärungskathedrale.

Man darf da drinne überhaupt keine Fotos machen, aber… das wusste ich da ja noch nicht, bestimmt. Unwissen schützt vor Strafe, jaja, bestimmt. Ich habe mir ein Kopftuch umgebunden.

imgp5040Danach waren wir nicht mehr in der Kirche, sondern sind weitergelaufen.

Wir haben zum einem wunderbar ukrainisch gegessen, in einem dieser Restaurants, in dem die Kellner die monströsten, aber auch prunkvollen Blumenkränze auf dem Kopf tragen. Ich komme mit dem ukrainischem Essen, das ich kenne, sehr gut zurecht. Ich kann es aber nicht recht von dem russischen Essen, das ich kenne, unterscheiden. Aber ich mag Suppen und ich mag Hering und ich mag Pelmeni, die in der Ukraine anders heißen, nämlich Wareniki, aber für mich gleich gut schmecken.

Außerdem waren die in einem Secondhand-Laden und ich habe ein reizendes Kleid gekauft, sehr feudal. Eigentlich nicht Aber ich kann das Kleid gut leiden und ich hatte es seitdem mehrfach an, zum Beispiel im Kroatienurlaub. Globalisierung gone right!

Dann sind wir gelaufen und gelaufen und gelaufen. Und haben fotografiert. Dafür sind wir stehengeblieben.

imgp5045 imgp5046 imgp5047 imgp5063 imgp5065 imgp5066Dann sind wir nochmal oben am Meer lang gelaufen, also nicht direkt an der Promenade, aber mit Blick aufs Meer.

imgp5073 imgp5074 imgp5079Das ist der Ort, an dem angeblich Kirschgarten spielt. Mein gespaltenes Tschechow-Herz, es lacht. Kirschgarten fand ich von allem, was ich gelesen habe, aber am besten. (Von Tschechow, nicht insgesamt. Insgesamt habe ich deutlich bessere Sachen gelesen. Mir tut auch aufrichtig jeder Leid, der sagt, Kirschgarten ist das Beste, was er jemals gelesen hat. Falls das hier so jemand liest, bitte bei mir melden, ich spreche dann Buchempfehlungen aus.)

imgp5085 imgp5086 imgp5087 imgp5088 imgp5089 imgp5096Dann sind wir wieder dort gewesen. Und haben dort ein sehr guten Tee aus der schönen Tassen getrunken und haben Armer Ritter gegessen. Und dann sind wir noch in ein jüdisches Restaurant gegangen, aber leider waren wir noch sehr sehr satt, weil auch die ukrainische Küche mit einem gewissen Fettgehalt aufwartet und der Arme Ritter uns noch schwer im Bauch lag. Ich habe deswegen in diesem Restaurant nur eine Suppe gegessen (und die Bagels, die es auf dem Tisch gab, schnabuliert), diese Suppe war unendlich lecker und ich hätte unendlich gerne noch alles andere gegessen. Habe ich aber nicht. Nächstes Mal nehme ich dort ein lukullisches Mahl ein.

Am nächsten Tag haben wir gepackt und waren an der Uni  und haben einer halben Deutschstunde von S. beigewohnt, das macht sie sehr gut! Und dann musste wir auch schon mit dem Taxi zum Flughafen düsen.

Ich habe das Gefühl, ich habe in meinem Bericht ausgelassen, dass wir auch durchaus mal abends in einer Bar waren. In den letzten hätte das z.B. reingehört, da waren wir nämlich abends und dort haben wir auch gegessen! Ich habe außerdem einen selbstgepressten Apfelsaft getrunken, das war sehr lecker. Überhaupt haben die dort auch so funky Limonaden, die zwar nicht so gut sind wir die in Ungarn – aber wo sind die das schon -, aber doch auch sehr gut!

Geschlafen haben H. und ich übrigens auf der Veranda, die verglast ist und ich will sie haben. Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie prima so ein grüner Raum im Grünen ist. PRIMA.

Auch der Rest der Wohnung traf meinen Geschmack, weil pomphafte Wohnungseinrichtung ja total klargeht bei mir. Da kenne ich nichts, alleine der Boden ist to die for.

Odessa ist zauberhaft.

Beim Flug zurück ging dann alles glatt und dann waren wir wieder zuhause. Auch immer wieder schön. Und somit haben wir den Mai urlaubsmäßig abgeschlossen und können uns dem Juni zuwenden: es geht nach Finnland!

Josefina

syksyllä

Der Herbst kommt und ich freue mich sehr darüber. Ich fahre In the cold light of morning zum Bahnhof und bekomme wieder Luft. Überhaupt ist der Herbst gut für Placebo und Jahreszeiten die gut für Placebo sind, sind die besseren Zeiten. Alle können wieder in Ruhe traurig werden und zurückgezogen leben und die Sinnlosigkeit der Welt ergibt so wieder etwas mehr Sinn. Man kann sich in seiner Wohnung einsperren und sich in Schals verstecken und all die Mützen, die traurig im Schrank gelebt haben, die kommen jetzt wieder hervor und verbergen das Elend der Welt.
Es soll auch regnen! Alles soll grau werden! Und die Blätter bunt! Aber auch grau! Düsterheit! Depression! Hurra! Eigentlich finde ich gerade alles doof. Richtig doof. Aber ich habe mich bequem in dieser Stimmung eingerichtet. Höre also Placebo, trinke Tee und finde alles beknackt.

Ja, doch, ich mag den Herbst. Auch wenn ich friere.
Aber innerliche Kälte muss auch nach außen getragen werden.
Someone call the ambulance..There’s gonna be an accident.
Josefina

{Montagsbild} Istanbul | 31.5.2012

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Istanbul, 31.5.201212Istanbul. Ich bin ein wenig traurig, dass Istanbul gerade eines der Ziele ist, die ich irgendwie ungerne ansteuern würde, wegen der Gesamtsituation. Istanbul ist eine fantastische Stadt. Die Fährfahrt über den Bosporus ist auch fantastisch. Der Tee ist fantastisch. Das Essen auch. Und die Luft! Und die Farben! Und der Tee! Ja, der muss zweimal erwähnt werden.

Ach, Istanbul.
Josefina

{Reisefreitag} Odessa | Gondeln & Meer

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Die letzten zwei Freitage war ich verreist (haha!) und jetzt ist zwar schon Samstag, aber ich habe gestern die Fotos eingefügt, war dann allerdings mental nicht fähig irgendwas hinzuschreiben, aber wofür gibt’s denn die Datumsfunktion? Um Beiträge rückzudatieren natürlich! Mal sehen, ob ich heute was schreiben kann.

Der Tag fing an. Das tut fast jeder Tag. Dieser, der hier nun geschildert werden soll, fing in Odessa an. Für mich jedenfalls. Und er fing an mit einem Besuch des örtlichen Vergnügungsparks – der war direkt um die Ecke. Und es war sehr leer, aber das Riesenrad ist gefahren. Und so fuhren wir mit dem Riesenrad. S., H. und ich und die ewige Weite Odessas. Oder so ähnlich.

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Ich habe übrigens gar keine Höhenangst. Jedenfalls nicht, wenn ich in so Gondeln bin, ich gucke allerdings nicht so rasend gerne in ungesichterte Abgründe und dergleichen.

Nach der vergnüglichen Fahrt sind wir ein bisschen gelaufen. Vorbei an der Heldenverehrung.

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Und vorbei an noch mehr Heldenverehrung. Denkmäler können die ja in diesem Teil der Erde. Das ist man von hier ja vielleicht nicht so gewöhnt. Ich bin immer ein bisschen befremdet ob dieser Zurschaustellung.

Ich mag dafür alte Häuser. Und das Meer.

Und deswegen haben wir auch endlich den Strand erreicht! Man mag es kaum glauben, dass wir da vorher noch nicht waren! Jetzt aber endlich! Hurra! Ausrufezeichen!

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IMGP4962 IMGP4963 IMGP4964 IMGP4966 IMGP4971 IMGP4972 IMGP4974 IMGP4975 IMGP4978Wir haben auch mit Meerblick zu Mittag gegessen, das kann ich generell nur empfehlen. Aber ehrlicher Weise: bei welcher Aktivität stört denn Meerblick bitte? Bei gar keiner! Na dann.

IMGP4980Nach dem Essen sind wir weitergewandert. Immer am Meer lang. Mit den Füßen im Sand. Und manchmal auch im Meer. Meine jedenfalls. Es war warm und sonnig. Das Meer ist blau und gar nicht schwarz!

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Als wir dann fertig gewandert hatten, da sind wir wieder in eine Gondel gestiegen – diesmal jeder in seine eigene – und sind den „Berg“ hochgefahren, das war fei spaßig (ich habe heute morgen angefangen ein Buch über niederrheinisch zu lesen und ich weiß jetzt schon, dass fei nicht zu meinem Regiolekt gehört, aber schwamm drüber).

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Nach den Gondeln sind wir nach Hause gegondelt. Viel gelaufen, viel gelaufen, liebe Kinder, immer der Nase nach.

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Dann waren wir noch in einem Supermarkt und ich habe Konfekt für Dario gekauft und die arme Verkäuferin hat uns verwirrt und wir sie sicherlich auch, weil wir einfach alles zusammen in den Korb geworfen haben, aber jedes Konfekt hat seine eigene Nummer und die muss man wissen und dann muss man alles einzeln wiegen und dann hat man hunderte von kleinen Plastiktüten und denkt denn niemand an die Weltmeere und die Wale, oh rettet die Wale, bitte bitte. Jedenfalls hatte ich Konfekt und Dario hat das dann auch gegessen, aber erst später (Spoiler: manches war ekelig, aber ich glaube, das meiste war ok).

IMGP5018Ich kann mich interessanter Weise gerade kein Stück mehr daran erinnern, was wir zu abend gegessen haben? Bestimmt war es gut. An schlechte Sachen kann man sich  immer erinnern. Das Essen war allgemein gut. Ich weiß noch, dass es am nächsten Tag sehr viel gutes Essen gab. Davon aber ein anderes Mal. Vielleicht ja sogar wirklich Freitags, das wäre ja ein Erlebnis sondergleichen.

… heute war ich mental immer noch nicht so in der Stimmung, aber die Finger sind doch über die Tastatur gezuckt. Immerhin etwas.

Yay Odessa!
Josefina

#12von12 im September

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Endlich wieder in der eigenen Wohnung! Ein sehr schöner 12. des Monats, auch wenn der Kofferinhalt immer noch halb hier in der Gegend rumliegt.

Der Tag begann mit Ausschlafen, ich habe einfach geschlafen und dann bin ich aufgewacht und habe mein Bücherregal angesehen. Oder einen Teil davon. Dann bin ich ins Wohnzimmer gegangen und habe eine sinnlose Doku über „Neandertaler vs. moderner Mensch“ geguckt. Dann hatte ich großen Hunger und nichts im Haus, deswegen musste ein Ausflug in den örtlichen Supermarkt gemacht werden. Post habe ich auf dem Weg auch mal aus dem Briefkasten geholt und dann wurde gegessen. Im Gegensatz zu Moskau ist es übrigens verteufelt warm hier.

Dann habe ich einen großen Teil des Tages schwankend zwischen Arbeit (mit Tee) und ausräumen des Koffers (hier: Russland-Mitbringsel) verbracht, habe mich aber insgesamt als wenig produktiv empfunden. Hm.

Dann war im im Schwimmbad und habe mich eine Stunde tüchtig angestrengt, danach gab’s Nudeln. Und weil es spät geworden war und ich müde bin, habe ich die Produktivität auf morgen verschoben und mir die Zähne geputzt.

Dann ist mir leider eingefallen, dass ich noch nicht geduolingot hatte, aber die verbleibenden Minuten des Tages haben noch gereicht – jetzt gehe ich aber schlafen, das Licht am Bett ist schon an.

Mehr Tage wie immer hier.

Gute Nacht.
Josefina

{Montagsbild} Amsterdam | 8.6.2014

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Amsterdam, 8.6.201411Das ist ein ziemlich zufälliges Foto – wie bisher bei der Bürowandgestaltung aufgefallen sein dürfte, habe ich recht schnell aus zwei, drei Urlauben Fotos zusammengesucht, damit ich die Leere nicht mehr anstarren muss. Und weil ich Amsterdam mag, ist Amsterdam mehrfach vertreten. Und dieses Bild hier, da sieht man Blumen (sehr holländisch! Wenn hier auch keine Tulpen.), Grachten und Hausboote, es ist also sehr amsterdamlich und das ist gut.

So sieht’s aus.
Ich bin wieder zu Hause. Ich bin sehr froh.
Josefina

{ein Monat} August

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Im August gibt’s sehr wenig Fotos und die wenigen sind thematisch auch noch recht nah beieinander.

13737031_1142763392460445_402658691_nAber als erstes kam endlich mein neues Notizbuch und ich konnte ein Bullet Journaler werden und bisher klappt das wirklich ganz gut für mich und besser als viele andere Systeme, leider.

Ansonsten habe ich Verkehrspunkte fotografisch festgehalten.

Straße in Essen | Bahnhof in Düsseldorf
Bahnhof in Hamburg | Flughafen in Hamburg

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Und dann hat irgendwann in Lüneburg auch mal die Sonne geschienen und das kann man nicht besser dokumentieren als mit einem Bild vom Friedhof.

Angesehen habe ich ziemlich viel Sport, weil ich Olympiagucker bin und das nicht leugnen kann, auch wenn ich es gerne würde. Ansonsten lief weiterhin How I met your mother und Gilmore Girls als wären wir hier in einer Zeitschleife gefangen. Mein Netflix verzeichnet sogar keinen einzigen anderen Eintrag neben diesen beiden. Große Spannung.
Ich habe dafür ein Hörbuch gehört, die gekürzte Fassung von Mrs. Alis unpassene Leidenschaft von Helen Simonson. Die gab’s bei spotify und ich musste dringend irgendwas anhören, hatte aber nicht viel Zeit etwas zu suchen. Meiner Meinung nach arbeitet sich das Buch an zu vielen Themen ab, hat seine Momente und ziemlich viele Schwächen.
Am allerschönsten war, medial betrachtet, aber das Patti-Smith-Konzert am 10.8. in Essen, denn das war prima, denn Patti Smith ist prima.

Anstrengend. Sommer.
Josefina