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Bedürfnis Fotos zu machen. Absurd daran ist, dass ich das Bedürfnis habe, Fotos von mir zu machen. Was erstens an der Frisur, zweitens an dem gelben T-shirt (nein, ich sollte kein gelb tragen, trotz Schweden und trotz König) und drittens an dem Tatbestand, dass die meisten Bilder sehr verwackeln, wenn man sich selbst ohne Blitz in einer dunklen Ecke fotografiert, scheitert. Ein paar bitterliche Tränen dafür. Mir wächst das hier alles über den Kopf. Ein einziges Gartenhaus, dieses Leben. Und es war immer der Gärtner. Ich bin ein Postboten-Fangirl, von Anfang an. (Gelb, gelb, gelb ist alles was ich liebe, darauf ein Glas Orangensaft. Ich mag nur den von Hohes C, weil ich ein Markenfangirl bin. Auf nach New York!)

Ich habe meine sehr schicke Sonnenbrille auf, deswegen sehe ich eher wenig. Grün ist das neue gelb. Gelb ist deswegen nicht weniger aktuell. Obwohl ich eigentlich gerade mehr für königsblau und flieder plädiere. Man sieht, mein Leben ist ein sehr buntes Gewächshaus. Kann nicht gut sein, darf nicht gut sein. Für mehr schwarz. Wo ist mein Hut? Ich will einen schwarzen Hut. Aber ich habe keinen. Na ja, noch ist nicht aller Tage Abend. Und so weiter.

Wenn wir schon bei idiotischen Ideen sind – ich muss die Quietscheentchentasche noch heile machen lassen. Heile heile Segen, drei Tage Regen, drei Tage Schnee, dann tut’s nicht mehr weh. (Journalistisch anspruchsvoll – was ist das?)

Ich hatte mal ein Thema, das ging verloren. Fäden waren schon immer überbewertet, obwohl ich im Nähunterricht gar nicht schlecht waren. Gerade Linien sind sehr meins. Alles, was gerade und im rechten Winkel und bla ist, ist sehr meins. Ordnung ist Liebe. Übermäßige Ordnung ist anbetungswürdig. Wenn ich groß bin, wohne ich in ’nem Krankenhaus. Hurra! Aber bei dem Essen da, fange ja sogar ich an zu kochen. Glaube ich. Wenn ich den Gerüchten trauen darf. Ich war noch nie so lange im Krankenhaus. Ich bin ein gesunder Mensch… ich bin ein famoser Mensch. Und jetzt gehen wir alle ins Kellerloch, schmachten. Nirgends schmachtet es sich so gut. Muss weinen, muss leiden. Das böse an der weißen Nacht ist das Ende, die letzten Seiten. Es ist nichts so böse wie ein Buch, das weitergeht, wo es aufhören sollte und man genau weiß, dass alles, alles, alles auf den letzten vier Seiten zerstört werden wird. Dostojewskij ist Liebe, wenn er über glückliche Menschen schreibt, aber dann ist er gar nicht außergewöhnlich oder so, anbetungswürdig und besser als alle anderen ist er erst dann, wenn die Leute anfangen zu verzweifeln. Innere Zerrissenheit ist ganz großes Kino. „Ein schwaches Herz“ ist von der Idee her großartig, aber die Umsetzung ist seltsam, weil ich was anderes haben wollte, glaube ich. Ich meine, es ist immer noch besser als fast alles andere, aber das heißt nicht viel. Ich finde es seltsam ein Buch nur wegen der Idee zu lesen, die dahinter steckt. Die Idee kann ich selbst haben, ich finde bloß die Umsetzung eben jener interessant. Wenn’s scheiße zu lesen ist und mich nicht unterhält (Bildungsanspruch bei Büchern is‘ Kaka), dann kann die Idee noch so toll sein. Deswegen verstehe ich die Begründung für die Meyerbücher nicht. Unsterbliche Liebe über alle Grenzen hinweg ist erstens nichts neues und zweitens scheiße umgesetzt. Da merkt man ja nichts von. Und ich mag so was eigentlich. Ich bin ein „Romeo & Julia“-Fangirl wegen der Idee, aber da stimmt dann auch eben der Rest. Weil. Schmacht. Ich denke, ich weiß, welchen Film ich mal wieder sehen sollte. Überhaupt, ich kaufte die „Red Curtain Trilogy“ und sah sie nie. Dinge, die sich ändern sollten. Viele Dinge, die sich ändern sollten, aber was ist schon jemals perfekt. Und wann.. vergesst es. Bekam gerade ein fröhliches „Fick dich ins Knie, Alte“ von meiner Mutter entgegen geschmettert. Bin mir nicht ganz sicher, warum eigentlich. Bin auch entsetzt über diese Ausdrucksweise. Ahoi, Gesamtschule. Außerdem ist meine Mutter viel älter als ich, die Biologie ist ein seltsames Pflaster. Jedenfalls – ich bin pikiert. (Das Wort kommt aus dem Gartenbau – Uh, was’n Zufall. Hier schließt sich der Kreis wieder. Wieso schließt sich ein Kreis? Wieso ist ein Kreis überhaupt auf? Was soll der Müll hier eigentlich?)

Mich kann kein Wässerchen trüben, aber besonders tief ist da auch nichts.
Ich gehe.. ich habe gar nichts zu tun, wie seltsam.
Ein Ponyhof, ein Gartenamt! Und ein Damenunterrock.

Ergebenst,
Josefina