David Thomas – Girl

Klappentext: ‚Du hat meine verdammten Titten, du Schwein!‘ Das ist das erste, was Bradley hört, als er nach seiner Operation erwacht: Dann stellt er fest, daß er auf der Frauenstation liegt, daß sein Brustkorb unter dem Verband merkwürdig geschwollen ist und daß ihm zwischen den Beinen ein wesentlicher Teil fehlt. Dabei sollten ihm doch eigentlich die Weisheitszähne gezogen werden?! Und so notiert Bradley, was ein Mann erlebt, wenn er unversehens zur Frau wird….

Ähm, ja. Ich glaube, dieses Buch kann man problemlos bei Lidl verkaufen. Es ist.. faszinierend. Und 346 Seiten lang.
Inhalt ist ja schön im Klappentext dargelegt. Grob kann man das Buch in drei Teil unterteilen: Bis Seite 100 hadert unser Held mit dem Schicksal und will wieder ein echter Mann mit echtem Schwanz werden. Ab Seite 100 wird er dann doch lieber wieder eine Frau, weil man kann Dinge, die man abgeschnitten hat, nicht einfach wieder annähen. So ist das nämlich! Dafür fallen Plastikvaginas manchmal einfach wieder ab. Bis Seite 250 wird er dann immer mehr eine Frau und dann, ab ca. Seite 250, ist er nicht nur eine Frau, nein, jetzt steht er/sie auch auf Männer. Die Verwandlung ist vollzogen! Hurra! Konfetti!

Unser Held, der erst Bradley und dann Jackie heißt, durchlebt nun also all diese Irrungen und Wirrungen, die eine Geschlechtsumwandlung so mit sich bringt. So hat er ja als Frau diese prächtigen Titten und alle starren nur noch darauf und niemand sieht ihn mehr an. Entweder ist der Autor ein sexistisches Schwein oder ich renne blind durch die Gegend.
Um mit all diesen Problemem zurecht zu kommen, geht die gute Jackie zum Therapeuten und zu diversen Kursen, wo sie lernen soll, wie eine Frau zu sein hat: geschminkt, teuer angezogen und auf hohen Schuhen. Hosen sind was für Anfänger! Seine (ihre?) Exfreundin und seine Schwester unterstützen diese Haltung und gucken ständig Liebesfilme mit unserem ehemaligen harten Mann. Außerdem müssen Frauen ständig Diät halten, so rein aus Prinzip. Klare Sache. Aber unsere Jackie findet sich sehr schnell in diese Rolle ein und muss dann ständig die Wohnung putzen und sich die Fingernägel lackieren. Und sie ist ja auch so schöööön.
Nebenbei hat sie ihre Geschichte an die Klatschpresse verkauft und ist reich geworden. Und hat gleich einen suuuper neuen Job, in der Modebranche. Weil wer Armani trägt, der hat Ahnung. Und diese Ohrringe von Chanel, herzallerliebst. Ähm, ja. Geht ja irgendwie schnell. Außerdem verklagt sie natürlich das Krankenhaus, der Prozess ist quasi der Höhepunkt des Buches, das ansonsten so dahinplätschert. Sie hat ein paar Mal Sex mit einer Frau, aber niemals mit einem Mann, aber am Ende kommt sich mit dem Arzt, der die Operation durchgeführt hat (und den sich verklagt hat) zusammen. Klare Sache. Was ich mit dieser Zusammenfassung sagen will: Das Buch hat einen vorhersehbaren, furchtbaren Inhalt.
Ein eeextremst flaches Buch. Und ich würde jetzt gerne sagen „Der Autor ist ja auch ein Mann, der hat ja keine Ahnung“, aber Frauen schreiben auch so beschissene Bücher. Deswegen ist es wohl einfach scheiße. (Und dafür erstaunlich angenehm geschrieben, muss ich mal gestehen.)

Hm. Ja. Ich leeeeide,
Josefina