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Theater. Ich war gestern im Theater. Ich war sehr lange nicht mehr im Theater. Ich habe gestern wieder gemerkt, warum ich sehr lange nicht mehr im Theater war. Ich merke gerade allerdings auch, dass ich das Wort Theater sehr gerne tippe. Theater, Theater, Theater, so ein Theater. Jedenfalls sah ich Der Kirschgarten im Thalia-Theater an. Ich musste es ansehen und ich hatte verplant, dass es an diesem Tag war, deswegen war ich grundsätzlich schon mal negativ eingestellt, das war bestimmt schon ziemlich gut. Aber ich glaube fast, ich hätte das Stück auch sonst nicht so toll gefunden.
Ich checke ja Stücke nicht, die kein gescheites Bühnenbild haben. (Gescheit heißt für mich der Beschreibung des Autors folgend. Wenn da ein rotes Sofa stehen soll, dann will ich da ein rotes Sofa sehen. Das ist voll faschistisch, aber ich stehe nicht so auf Interpretationen. :p) Der Kirschgarten wurde durch Leuchtlampekugelnbumsdinger dargestellt, das fand ich noch in Ordnung, weil wie sonst? Sah außerdem schick aus. Aber ansonsten gab’s nur zehn Stühle und ein Klavier ganz weit hinten. Was soll denn das? Aber gut.
Und dann kann ich Stücke auch nicht leiden, die ich nicht verstehe, obwohl ich sie gelesen habe. Ich habe mich das halbe Stück gefragt, wer jetzt wer sein soll, weil die da blöde auf ihren Stühlen rumsaßen. Am Ende war ich mir bei den meisten halbwegssicher, aber ganz gepasst hat das trotzdem nicht alles. Außerdem hasse ich sinnfreie Gesangs- und Tanzeinlagen. Und die fand ich ernsthaft sinnfrei, ich hab nämlich null verstanden, warum die wann kamen; das war auch bei einigen anderen Szenen so, dass ich wirklich nicht verstanden habe, was sich dabei gedacht wurde. Das finde ich blöd. Ich verstehe auch nicht, warum der eine Typ in engen Hosen und High Heels rumlaufen musste, obwohl das restliche Publikum davon offensichtlich sehr erheitert war.
Neben dem Bühnenbild, das ich gerne habe, wie der Autor sich das mal dachte, mag ich auch gerne Orginaltexte (bzw. die Texte der Übersetzung nach der das Stück gespielt wird.), ich finde angestrengende Modernisierungen (haha, Biodiesel, haha) und Änderungen immer blöde. Ich will ja Der Kirschgarten sehen und nicht.. was anderes. (Jaja, voll die Freiheiten des Künstlers und all sowas, aber mir gefällt das dann nicht so, traurig.) Ingesamt bestand nämlich jetzt der Text in dieser Aufführung gefühlt aus zehn Sätzen, die die Gutsbesitzerin immer wiederholt hat. Echt. Am Ende hätten alle mitsprechen können. Obwohl ich das wieder ganz gut fand, weil’s gut rüber kam und ich’s verständlich fand, warum das so gewählt war. Vielleicht hätten nur die anderen auch mal was sagen sollen.
Außerdem muss ich ja immer brechen bei diesen Theaterstimmen. Ürghs. Ich kann das nicht anhören. Und der eine Schauspieler (dieser Fuzzie, der das Gut am Ende kauft) war unendlich hölzern und unglaubwürdig. Das war sehr traurig, denn es gab ein Streitgespräch zwischen ihm und einem anderen, das dadurch einfach nur sehr lächerlich gewirkt hat.
Und ungut finde ich es auch immer, wenn Dinge nur gesagt werden, damit das Publikum lacht. Haha, er hat wichsen gesagt, haha. Kindergarten oder was? Dumm.

Ich hätte Germany’s next Topmodel gucken können, aber nein, ich musste noch größeren Schwachsinn ansehen, yeah. Danke liebe Uni, danke.

Küsschen,
Josefina