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[Regierungsbezirk Finnmark (oder so ähnlich. Ich weiß nicht, ob Regierungsbezirk der offizielle Ausdruck an dieser Stelle ist!)]

Am Donnerstag, dem dritten Tag, gab es schon um sechs Uhr Frühstück. Da kann in Wirklichkeit noch niemand etwas essen, aber weil der Mensch ja ach so vernunftsbegabt ist, kann man sich einreden, dass es besser ist, wenn man etwas isst, denn sonst gibt es ja NICHTS mehr.

Jedenfalls sind wir dann losgefahren. Auf in den Norden! Unser erster Stopp war Utsjoki. Das ist ganz klein, aber da gibt es eine Kirche (die wichtig ist!) und ein paar sehr alte Hütten, unter anderem eine Erdhütte, aber da sage ich gleich noch was zu.

Kirche von weit weg. Die hatte nämlich zu.





Ja. Man sieht hier vor allem zwei Sachen, wenn man genau hinguckt: Die Straßenschilder sind zweisprachig, aber hier ist es nicht finnisch-schwedisch, sondern finnisch-saamisch und die Sonne geht langsam auf, so gegen neun, halb zehn kann das auch mal passieren. Außerdem sieht man auch, dass die Landschaft schon wirklich anders aussieht. Die Bäume sind mehr Büsche und es gibt so etwas wie Hügel.
Die Erdhütte (siehe unten) ist eine Holzkonstruktion, die mit Erde bedeckt ist, weil die so schön isoliert. Man kann dort reingehen (ich glaube, es ist nicht mehr besonders viele davon, deswegen ist das was tolles!) und merkt dann auch gleich, dass es durchaus wärmer ist. Ist irgendwie sogar ganz gemütlich, auch wenn man das bestimmt NIE sauber halten kann, weil ÜBERALL Erde ist; dafür gibt es einen Kamin.

Nach diesem aufregendem Halt sind wir weitergefahren. Bis zum nächsten Stopp, dieser war dann Nuorgam, das ist der nördlichste Punkt in Finnland und auch in der EU. Und ich war da! YEAH! Da gibt’s eigentlich nichts. Außer halt einen Supermarkt, der uns freundlicher Weise die Öffnunsgzeiten in zwei Zeitsystemen mitteilt. Hurra!

Aber auch ein nördlicher Supermarkt sieht irgendwie nur aus wie ein Supermarkt. Alle waren sehr enttäuscht, ein paar Tränen flossen. Übrigens war draußen alles enorm vereist, sieht man ja auch auf dem einen Bild. Und die Straßen sind auch nicht viel besser und die Busfahrer fahren einfach weiter. Ich war in dem Bus, den der Matti gefahren ist, und Matti war schwer in Ordnung.

Nun denn. Weiter ging die rasante Achterbahnfahrt der Gefühle. Die Grenze kommt näher! Eine Landesgrenze, eine EU-Grenze, ein Spektakel. Ich kann ja jetzt mal ganz offen gestehen, dass ich keine Ausweispapiere bei mir hatte, aber die wollte eh niemand haben. War eine selten unspektakuläre Grenzüberfahrt und dann, dann war ich das erste Mal in meinem GESAMTEN Leben in Norwegen. Ich habe mich gleich ganz anders gefühl. Das ist gelogen. Es sah auch gleich ganz anders aus als in Finnland. Das ist auch gelogen. Aber gut sah’s freilich schon aus. Nach einer Weile erreichten wir den Arktischen Ozean und fuhren eine Weile an ihm lang. Wir fuhren bis wir anhielten, denn so machen das die Profis. Wir hielten in Bugøynes, da wohnen so um die 230 Menschen und ich auch bald. Das ist ein süßes Dorf mit Meer, das reicht doch, oder?

Dort gab es erstmal Essen. Lachssuppe. Warm, lecker. Aber der wirkliche Schock stand uns allen noch bevor, die Stimmung kochte. Wir wollten nämlich alle unbedingt in den Arktischen Ozean springen, weil. Weil das sehr klug ist! Seit kürzlich gibt es dort auch eine Sauna, die man nutzen kann, seitdem ist es jedenfalls nicht mehr so dumm.

Ich war also kurz in der Sauna und dann im Meer. Das war kalt. Aber lustig. Aber KALT. Aber LUSTIG. Dann lieber noch mal Sauna. Ich war im Meer! In Nordnorwegen! Ende November! Ich kann hier nach der Sauna nicht mal in den See gehen, weil ich glaube, dass ich dann sterben muss. Egal. Ich lebe übrigens noch und das ist ja jetzt schon eine Woche her.
Nach dieser Erfahrung und nachdem ich wieder meine fünf Schichten angezogen hatte, ging es noch einen Hügel rauf, damit ich runterfotografieren konnte.
Ist schon sehr hübsch dort, kann man nicht leugnen. Deswegen nun Fotos!

Ich kann immer noch Touri, yeah.

Und ich sehe schon wieder so aus als würde ich frieren, obgleich ich hundert Schichten trage. Ich habe auch gar nicht gefroren, ich stehe nur komisch da.

Wir mussten dann in hohem Tempo wieder runterklettern, weil wir die letzten waren, die zum Bus gekommen sind, der doch schon wieder fahren wollte. Es liefen blöde Filme im Bus, aber ich habe eh nur rausgeguckt, denn wann sehe ich Nordnorwegen denn das nächste Mal? Bestimmt bald. Da hätte ich ja auch den Film sehen können, verdammt!

Letzter Stopp war dann in Näätämö, aber das hat keine tolle Auszeichnungen, weil das andere ja schon der nördlichste Punkt ist. Dafür steht auf dem Kassenzettel des einen Supermarktes von dort eine Facebookadresse, damit man Fan werden kann. Sollte ich vielleicht mal machen. Vielleicht auch nicht.

Nach einer weiligen Weile kam der Bus dann in Vasatokka an. Abendessen, happahappa, eins für Mama, eins für Papa. Ich bin nicht in die Sauna gegangen.
So sieht’s aus.
Josefina

P.S. Die Bilder rauschen teils recht stark, was mehrere Gründe hat: es war dunkel, Lightroom hat das komisch verkleinert (und ich will mich gerade nicht damit befassen, warum), wordpress macht das nochmal schlimmer, wenn man’s hier hochlädt.