Schlagwörter

, , , ,

Ich fange jetzt mal munter an mit der Buchliste, allerdings teile ich diese auch nochmal, den plötzlich schrieb ich erst zu viel und doch nichts richtiges und dann verließ mich die Lust.
Deswegen präsentiere ich nun: die ersten zehn Bücher, die ich 2012 gelesen habe!

1. Schmitz, Dieter Hermann – Die spinnen, die Finnen
Meine Oma hat mir das geschenkt, sonst hat sich nämlich niemand getraut mir das zu schenken, weil alle dachten, ich hätte das sowieso schon. Lustig, was?
Jedenfalls ist das ein gewollt witzig-spritziges Buch, das allerdings nur bedingt witzig-spritzig ist. Aber ein Deutscher in Tampere, ich habe mich total verstanden gefühlt, so tief in meinem Inneren. Sonst halt eher so eine Klischeeansammlung, irgendwie – inklusive einen Sieben-Punkte-Plan um ein echter (!) Finne zu werden. Ich bin kein echter Finne und ich werde auch nie ein echter Finne werden.

2. Bender, Aimee – Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen
Ich habe das Buch ja während des Praktikums gekauft, weil der Kuchen auf dem Cover so lecker aussieht. Aber ich möchte fast dazu neigen, dieses Buch als miserabel zu bezeichnen. Teilweise weil die Grundidee scheiße ausgebaut wurde, die da heißt „Mädchen kann Stimmungen in Nahrung schmecken“ – was ich mir in einem gewissen absurden Rahmen als durchaus interessant vorstellen kann – der dann aber in dem Buch gar kein richtiger Raum gegeben wird. Denn der Bruder wird auf einmal ein Stuhl und ich war raus. Jetzt habe ich gespoilert, aber ich würde eh sagen, dass man lieber einen Zitronenkuchen backen sollte, damit hat man seine Zeit besser verbracht als mit diesem Buch.

3. Oksanen, Sofi – Fegefeuer
Während ich von den ersten beiden Büchern ja nicht sonderlich viel erwartet habe, ist dieses Buch daran gescheitert, dass ich etwas erwartet habe. Das hochgelobte Buch! Preise über Preise! Estnisch-Russische-Geschichtsaufarbeitung. Was für ein scheißiges Buch das einfach ist. Leider notiere ich mir nie, was ich scheißig finde und ich möchte es nicht nochmal lesen, um meine genauen Kritikpunkte zu erörtern, aber… eigentlich war das ein blödes Familiendrama, das davon lebte, dass alle böse sind, uuuh. Und weil es scheinbar literarisch gleich viel hochwertiger ist und die Ernsthaftigkeit steigert, gab es auch Vergewaltigungen. Ich habe außerdem das Ende nicht richtig verstanden und blieb mit einem Gefühl der Ratlosigkeit und der Enttäuschung zurück. Da habe ich dann erstmal ein Toast mit Marmelade gegessen.

4. Auster, Paul – Man in the Dark
Ein gutes Buch! Aber ich kannte auch schon das Hörbuch, deswegen wusste ich, was mich erwartet. Des Weiteren kann ich mit dem, was einen bei Auster erwartet, eh immer recht gut leben. Das war das politischste Buch, das ich (bisher?) von Auster gelesen habe mit sehr konkreten Irakkriegsbezügen. Und natürlich Geschichten in Geschichten in Geschichten. Und Filmtheorien.
Wenn ich Auster lese (ich lese Auster ja auf englisch und höre ihn auf deutsch), dann klingt die Sprache immer so unendlich simpel, aber das gefällt mir gut.

5. Irving, John – Deutschlandreise
Das ist so ein Minidiogenesbuch, welches allein durch sein Format in Entzückung versetzt, in rasende Ekstase nahezu. Der Inhalt nicht so sehr, wenn Irving keine Fiktion schreibt, sondern über seine Erfahrungen, dann bin ich immer nicht so sicher, ob Irving und ich gute Freunde werden würden. Kann aber auch nur an meiner (unbegründeten) Günther-Grass-Abneigung liegen.

6. Auster, Paul – City of Glass
Ui! Noch ein gutes Buch. Für mich war dieses Buch weniger Auster als die anderen Auster-Bücher, welche ich las. Zudem begann ich dieses Buch vor einer Weile und konnte es nie fertig lesen, weil mir irgendetwas missfiel. Ich kann es zum Beispiel nicht leiden, wenn der Autorenname als Charaktername verwendet wird. Unterlassen Sie dies, Sie Schelm! Jetzt überlege ich gerade, ob ich das Buch wirklich gut fand, na toll. Ich sollte echt mal direkt notieren, was ich so dachte, denn ich denke immer so klug. Ich glaube, storytechnisch ist es nicht mein liebstes Auster-Buch, aber ich mag die Art wie Dinge beschrieben werden. Hm, ja.

7. Preussler, Otfried – Der kleine Wassermann
Thihihihi! Das ist halt ein Buch meiner Kindheit und deswegen finde ich es toll. Außerdem kann ich mich den in Rezensionen auf amazon geäußerten Kritikpunkten nicht anschließen. Einmal wird der kleine Wassermann nämlich geschlagen und ich bin jetzt auch nicht direkt dafür seine Kinder zu verprügeln, aber ich denke trotzdem, dass man das Buch vorlesen darf ohne dass die Welt zusammenbricht. Und der zweite Kritikpunkt macht mich irgendwie wahnsinnig wütend, obgleich ich mich nicht darüber aufregen sollte, aber! Da sagt wer, dass das Buch nicht geeignet ist, weil da „schwierige“ Wörter (→ Wörter, die heute eher unüblich sind) vorkommen und man damit die armen Kinder nicht überfordern darf. Wo kämen wir da auch hin, wenn Kinder plötzlich Wörter lernen würden?! Oh jee! Schreck lass nach.
Jedenfalls schläft der kleine Wassermann immer mit seinen Fäusten so neben dem Kopf und meine Schwester hat auch immer so geschlafen als die noch ein Baby war und da war die dann auch immer der kleine Wassermann. Ohne Pimmelmann. Ich muss an dieser Stelle abbrechen, das wird ja hier total ekelig, das kann und darf nicht hingenommen werden, bitte verhaftet mich.

8. Kerr, Judith – Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Noch ein Kinderbuch. Obwohl es bestimmt eher ein Jugendbuch ist. Aufgrund meiner Vergangenheit habe ich eine freundschaftliche Beziehung zu diesem Buch. Ich habe immer gerne Bücher über die Nazizeit gelesen, auch als mir immer nahegelegt wurde, ich wäre noch zu jung dafür.
Ich lese dieses Buch deswegen nicht eigentlich als Buch sondern mehr als eine Erinnerung an Momente in denen ich dieses Buch schon einmal las. Bei diesem Lesen ist mir aber aufgefallen, dass ich den Schreibstil an Stellen an denen er mir konkret auffällt nicht besonders mag.

9. Kerr, Judith – Warten bis der Frieden kommt
Das ist der zweite Teil, aber ich habe eine Gesamtausgabe, und habe die drei Teile als Einheit wahr genommen, deswegen gilt eigentlich bloß das, was oben auch schon steht.

10. Auster, Paul – Ghosts
Farbnamen als Protangonistennamen! Niemand weiß, was eigentlich passiert! Ich bin eher nicht so der Fan der New York Trilogy, dabei bin ich sonst ein Fan (das Wort Fan ist eines der dümmsten Wörter wo gibt).

Es regnet,
Josefina

Advertisements