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Willemsen, Roger – Hier spricht Guantánamo [1.2.2013]
Willemsen, Roger; Bünger, Traudl – Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort [6.2.2013]
Hustvedt, Siri – Die zitternde Frau [21.3.2013]
Grellmann, Hans – Finnische Literatur [24.7.2013]
Lassila, Pertti – Geschichte der finnischen Literatur [27.7.2013]
Riehl, Claudia – Sprachkontaktforschung [30.7.2013]
Maar, Michael – Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte [29.10.2013]

Vorletzter Leselisteneintrag, da sind wir aber alle erleichtert. Heute lernen wir, was für Sachbücher ich gelesen habe.

Hier spricht Guantánamo ist kein besonders vergnügliches Buch, aber das dürfte nicht sehr überraschen. Eigentlich ist es sogar ein sehr sehr ekeliges Buch, aber das ist gut so. Es sind fünf Interviews mit ehemaligen Gefangenen, die jetzt berichten wie sie nach Guantánamo gekommen sind und was sie dort erlebt haben. Ich bin seitdem vermutlich noch zorniger. Und es gibt keinen Ort an dem man dieses Buch lesen könnte. Zum einschlafen? Nebenbei in der Bahn? Das geht alles nicht.
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort hingegen ist deutlich vergnüglicher, allerdings weiß ich nicht, wie vergnüglich ich es wirklich finden würde, hätte ich nicht das Liveprogramm mit Dieter Hildebrandt gesehen und das war wirklich vergnüglich! Trotzdem lässt sich das Buch sehr gut lesen, auch wenn ich ein wenig durchgerast bin.
Die zitternde Frau gab’s mal für fünf Euro zu kaufen und ich hatte über das Buch gehört (auch wenn ich Frau Hustvedt nur wegen ihres Mannes kenne, oh jee) und wollte es dann schonmal lesen. Die erste Hälfte hat mir unglaublich gut gefallen, weil es einfach gut geschrieben ist und dann bin ich voll hängen geblieben und am Ende fand‘ ich’s gar nicht mehr so gut, weil der Fokus irgendwie verloren gegangen ist und das Ende ein unmotiviertes Ende war, das mir sehr wahlos gesetzt erschien.
Finnische Literatur und Geschichte der finnischen Literatur war Vorbereitungslektüre für die mündliche Prüfung, Finnische Literatur geht aber nur bis zu den 30er-Jahren und das ist sowieso nicht besonders umfangreich. Das andere ist wohl das Standardwerk, wenn es um finnische Literaturgeschichte geht und auch ganz okay. Manchmal hatte ich den Eindruck sind Jahreszahlendreher drin, vor allem bei den Jahrhunderten und das halte ich für einen Übersetzungsfehler (19. Jahrhundert = 18. Jahrhundert  auf Finnisch), aber sowas sollte nicht passieren!
Sprachkontaktforschung ist auch ein Einführungsbuch, gut zu lesen, halbwegs informativ und es steht wohl nichts ganz falsches drin, das ist ja schon immer mal ein guter Anfang. Obwohl ich an manchen Stellen doch durchaus Kritik äußern würde.
Warum Nabokov Harry Potter gemocht hätte halte ich für ein durchwachsendes Buch. Und vor allem ein in zwei Hälften geteiltes Buch. Die erste Hälfte hat mich genervt, denn da hatte ich immer den Eindruck, der Autor hat eine Idee, die ich interessant finde, und dann dachte ich, im nächsten Absatz käme eine weitere Ausführung oder irgendeine Art Beleg aus den Büchern, aber dann war der schon bei einem komplett anderem Thema und das hat mich irrtiert! Vor allem weil ich manche Dinge selbst so gar nicht „nachprüfen“ konnte, weil ich die HP-Bücher nicht bei mir hatte und auch schlicht keine Zeit hatte die parallel alle noch einmal zu lesen, obwohl man das bei den ersten zwei, drei Büchern besser noch einmal gemacht hätte. Beim vierten Buch fand ich das aber schon ganz anders, da wirkte der Text viel besser ausgeführt und geordnet und somit für mich viel nachvollziehbarer, weil ich nicht mehr den Eindruck hatte, mir wird ein wilder Haufen Gedankenfetzen hingeworfen. Gibt es da eigentlich auch was zu den letzten Bänden zu? Das würde ich wohl lesen!

Es regnet, es regnet, die Erde ist nass.
Ich muss mich jetzt anziehen.
Meine Strümpfe sind auch nass.
Ich bin Teil der Erde!
Josefina, Erdenbürgerin mit Strümpfen