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Tamminen, Petri – Der Eros des Nordens [22.1.2013]
Böll, Heinrich – Die verlorene Ehre der Katharina Blum [11.2.2013]
Özdamar, Emine Sevgi – Die Brücke vom Goldenen Horn [29.4.2013]
Irving, John – In einer Person [10.5.2013]
Hustvedt, Siri – Die Leiden eines Amerikaners [15.8.2013]
Auster, Paul – Oracle Night [6.10.2013]
Özdamar, Emine Sevgi – Der Hof im Spiegel [7.10.2013]
Izzo, Jean-Claude – Total Cheops [13.10.2013]
Izzo, Jean-Claude – Chourmo [29.11.2013]
Böll, Heinrich – Ansichten eines Clowns [12.12.2013]
Izzo, Jean-Claude – Solea [28.12.2013]

Bööms! Romane, die ich aus diversen Grunden gut finde! Elf Stück! Für elf gute Romane muss man also 53 Bücher lesen, mein Gott, diese Arbeit. (Man könnte die Bücher auch sorgfältiger auswählen, aber schnickschnack) Eigentlich sind es auch nur sieben unterschiedliche Autoren.

Meine Erinnerungen an Der Eros des Nordens beziehen sich hauptsächlich darauf, dass ich es teilweise irgendwann nach Silvester an der S-Bahn-Haltestelle Wehrhahn gelesen habe und es einer diesen eisigen Januartage war und der Himmel sehr blau war. Gut, ne? Dann weiß ich noch, dass ich das Buch gut geschrieben, aber inhaltlich schwach fand. Oder eher schwächlich. Es geht um einen Mann, der sich in Angst hineinsteigert. Aber ich finde die Ausführung nicht so gut. Meeh. Trotzdem ist das Buch sehr finnisch. Auf eine Kaurismäkiweise. Wer die Filme mag, könnte wohl auch das Buch mögen. (Oh Gott, ich sollte mir wirklich direkt Notizen über die Bücher machen oder gar nichts sagen, ne? Ich rede jetzt trotzdem weiter.=

Die beiden Böll-Bücher mag ich! Obwohl ich bei Ansichten eines Clowns nicht immer sicher bin, ob ich Dinge ironisch lese, die eventuell ernst gemeint sind und die dann die Lage etwas verändern würden. Ich finde die Art und Weise des Schreibens großartig, auch in Die verlorene Ehre der Katharina Blum! Ich mag diesen Stil! Ich möchte mehr von Böll lesen, denke ich. Soll ich?

Özdamar fand ich erst schwierig. Dario hat mir das eine Buch (Die Brücke vom Goldenen Horn) zum Geburtstag geschenkt, weil Istanbul. Und, das sagte ich schonmal, die ersten 50 oder 60 Seiten bin ich nicht mit dem Buch zurecht gekommen, weder mit der Sprache (die ich nicht beschreiben kann) noch mit dem Inhalt (Gastarbeiter leben in Berlin, das türkische Wohnheim) – obwohl ich auch auf diesen ersten Seiten teilweise sehr lachen musste. Danach fand ich das Buch enorm gut. Gerade der Teil der in Istanbul spielt und von den Studentenprotesten dort handelt, weil ich nichts darüber wusste und Marmarameer so ein schönes, schönes Wort ist. Das andere Buch sind Kurzgeschichten und die erste ist in Düsseldorf, damit kann man mein Herz natürlich direkt gewinnen. Und diese assoziative Sprache passt gut zu Kurzgeschichten. Außerdem will ich auch mal fähig sein so auf einer Sprache zu schreiben, die ich erst so spät gelernt habe.

Irving ist Irving ist Irving ist Irving. Ein irvingischer Irving, ein Nachhause kommen nach Neuengland und Jungenschulen. Ach, jaa. Schön war’s.

Nachdem ich diese sachbüchliche Buch von Hustvedt gelesen hatte, habe ich auch einen Roman von ihr gelesen. Die Leiden eines Amerikaners. Das hat mir Dario auch geschenkt! Mein Problem mit dem Buch besteht darin, dass es mir zu autobiographisch ist. Sowohl mit den Vorkenntnissen aus dem Buch Die zitternde Frau als auch wegen des Buches selbst: der Vater des Hauptcharakters ist tot und es wird aus seinem Tagebuch/Briefen zitiert und diese Sachen sind Originalssachen von Hustvedts Vater. Das war mir zu viel. Wenn ich das nicht gewusst hätte, hätte es mich vielleicht aber weniger gestört, deswegen ist das etwas unfair. Die Stellen ohne die Familiengeschichte gefallen mir jedenfalls deutlich besser und als am Ende die Geschichte mal ins Rollen kommt, finde ich das Buch gut. Insgesamt aber eher nur okay. Ich möchte jetzt gerne ein weiteres Buch lesen, ohne diesen direkten Bezug zu ihrem Leben und dann mal gucken wie ich das so finde.

Austers Oracle Night kannte ich ja als Hörbuch, aber das Buch ist ja viel besser und ausführlicher und lustiger und fußnotiger! Und wie frustrierend das Buch immer noch ist. Ich spoilere euch mal eben ein wenig: Der Autor, der Hauptcharakter in diesem Buch, schreibt eine Geschichte, die der Leser auch liest, und in dieser Geschichte wird der Charakter in ein Dilemma navigiert und das kann nicht mehr aufgelöst werden und dann legt der Autor die Geschicht einfach beiseite! Ich wollte doch wissen, was passiert! Ansonsten großartig. Geschichten in Geschichten, simple Sprache, Anmerkungen und Kreuzverbindungen.

Die drei Izzo-Bücher ergeben zusammen die Marseille-Trilogie. Jetzt fragen wir uns mal alle, warum ich das gelesen habe, uiuiui. Jedenfalls, jedenfalls. Erstmal muss ich sagen, dass ich die Sprache tendenziell schlecht finde, aber passend zu den Büchern, deswegen ist der Autor auch eventuell total großartig, weil er sich so gut anpassen konnte, aber dazu müsste ich einen Vergleichswert haben und den habe ich nicht. Die Sprache ist nämlich sehr umgangssprachlich, abgehackt und insgesamt gibt es viele Sprünge und so. Aber da das ganze in der Ich-Perspektive geschrieben ist, ist es okay.
Dann kann ich noch anmerken, dass ich die Gegenüberstellung der Kriminaltät und Brutalität und des schönen Lebens an der Mittelmeerküste für sehr gut halte. Da scheint die Sonne, die Aussicht ist fantastisch und das Essen großartig und zwei Sätze später sind quasi alle tot. Es sterben eigentlich eh ständig alle, aber das erscheint nie sinnlos, sondern es muss so kommen.
Außerdem halte ich das zweite Buch für das beste aus der Reihe. Beim ersten musste ich erst reinkommen und alle Namen auseinanderhalten, beim zweiten ging das schon besser und die Geschichte fand ich gut. Mir ist auch nur einmal so schlecht geworden, dass ich das Buch zur Seite legen musste! Sehr gut! Marseille!

Jetzt muss ich packen und so.
Grüßerchen,
Josefina

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