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Ich hab’s übrigens geschafft tatsächlich nicht das Wort naiv zu ziehen. Das finde ich sehr gut von mir, denn ich mochte dieses Wort nicht. Nimm dies Wort, nimm dies!

Worte, nur Worte. Tag 31.

kofferbreze1spontan
Bei diesem Wort fällt mir immer meine gespaltene Persönlichkeit ein: es gibt eine Alltagsjosefina und es gibt eine Urlaubsjosefina.

Die Alltagsjosefina ist entsetzlich (!) unspontan. Ich habe immer Pläne, wer wann wo was warum wie machen sollte. Ich wünsche mir, dass diese Pläne auf die Minute eingehalten werden, Änderungen stressen mich enorm. Auf eine krasse Weise. Ich kann damit überhaupt nicht umgehen, mir wird körperlich schlecht davon, ich muss fast weinen, wenn irgendwas fünf Minuten später stattfindet. Ich mache mir den ganzen Tag Gedanken darüber, wann ich was nach was machen muss. Das ist sehr anstrengend. Aber ich glaube, die Welt bricht zusammen, wenn ich das nicht mache. Ich glaube das wirklich. Ich möchte das nicht glauben.

Die Urlaubsjosefina ist nicht so (Urlaub ist nur, wenn man weg ist, zu Hause ist kein Urlaub. Freizeit in der eigenen Wohnung macht mich im Prinzip zu einer Furie. Ich bin also dauerhaft so, wegen viel Freizeit). Im Urlaub kann jeder Zug ausfallen und man kann mit mir fünf Stunden an irgendwelchen Bahnhöfen stehen und ich bin immer noch guter Dinge (manchmal singe ich auch, das ist dann für die anderen weniger schön, haha). Ich kann den ganzen Tag ohne Plan in der Gegend rumlaufen, ich interessiere mich dann im Prinzip für alles (ich gucke Kirchen, Museen, Straßen, Monumente, Leute und alles weitere gerne an), kann aber auch einfach den ganzen Tag im Café sitzen und Tee trinken und die Welt beobachten. Ich bin ein spontaner, entspannter Urlauber.

Ich würde jederzeit spontan mit mir wegfahren,
mich im Alltag würde ich dagegen tendenziell meiden.
Josefina