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bloodTitel: In cold blood
Autor: Truman Capote
Übersetzer:
Verlag: Penguin
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: Erstveröffentlichungen 1965
Fertig gelesen: 20.1.2016
Ort des Lesens: Angefangen in Schweden, dann doch ziemlich viel im Zug gelesen.

Handlung: Die Familie Clutter (Vater, Mutter, zwei Kinder – siehe Cover) wird umgebracht, das Buch erzählt die Geschichte der Familie und ihrer Mörder bis zur Hinrichtung eben jener.

Sprache: Uhh, lange Sätze. Ich wusste nicht, dass Englisch so sein kann, so lang, so deskriptiv, so ausufernd. Anstrengend, aber auch gut. Gut, wenn was passiert, anstrengend, wenn die Beschreibungen sehr lang werden.

Meinung: Genrell ist es natürlich ein recht interessantes Buch, der Beginn eines neuen Genres: Die minutiöse Nacherzählung eines Verbrechens. Da kommt auch schon der erste Schwachpunkt: die Erzählung ist so genau, gibt so viele Gespräche wieder, bei denen Capote nicht sein konnte, die also nur auf Nacherzählungen beruhen (und teilweise wohl auch einfach erfunden sind), dass es seltsam wird, der Detailreichtum macht es unglaubwürdig.

Mein größtes Problem war aber, dass der Bericht objektiv erscheinen soll, aber Perry wesentlich sympathischer dargestellt wird als Dick. Dick kann man nicht leiden, Perry will man alles verzeihen. Nach einer sehr kurzen Recherche findet man dann raus, dass Capote sehr gut mit Perry befreundet war. Dann kommt doch ein bisschen die Frage auf, wie objektiv dieser Bericht noch sein kann (und was ein objektiver Bericht sein soll). Da wirkt es auch albern wie bewusst er sich aus dem Buch raushält, obwohl wir ja alle wissen, dass er der Journalist ist, der die beiden im Gefängnis besucht.

Außerdem hat das ganze etwas voyeuristisches, aber ich gucke auch gerne Mysteriöse Todesfälle und ähnliches, da kann ich keinen Stein werfen (in meinem Inneren finde ich mich aber immer komisch dafür).

Ich mag das Buch als Buch, ich mag das Buch nicht besonders als Tatsachenbericht, gerade das letzte Drittel.

Oh, ich mag auch, dass das Buch gegen die Todesstrafe ist.

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