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Pfingsten war ich in Odessa. In der Ukraine! Aber ich habe auf den Rat meines Papas gehört und habe mich nicht erschießen lassen. Ich höre immer auf meinen Papa, mein Papa ist klug. (In Odessa ist es auch nicht sonderlich gefährlich, aber schwamm drüber).

H. und ich haben S. besucht. So wohnt in einer entzückenden (!) Wohnung. Mit einer entzückenden verglasten Veranda, auf der man schlafen kann und die ganz grün ist, weil drumherum viele Bäume stehen.

IMGP4757Wunderwunderwunderbar.

Am ersten Tag wurde der Plan (der tatsächlich in ausformulierter und ausgedruckter Form vorhanden war, S. sei dank!) direkt mal zerstört, weil der Flieger lieber mal zwei Stunden zu spät aus Wien abfliegen wollte (nach Odessa kommt man nur mit umsteigen), deswegen waren wir nie in der Ausstellungseröffnung, die für 17 Uhr geplant war, weil der Punkt vorher („Tee trinken, Erste Eindrücke – auf meiner Veranda“) zu lange gedauert hat. Wir waren aber tatsächlich in einem vegetarischen Restaurant essen und das Essen war sehr sehr lecker, aber die Portion war winzig. Drei Körner schwarzer Reis. Deswegen mussten wir dann noch in einen Supermarkt. Da lief das wunderbare Lied Das geht ab!; es ist etwas surreal in einem ukrainischen Supermarkt zu stehen, wenn dieses Lied kommt. Aber dancen kann man dazu, keine Frage. Dann waren wir müde und S. und J. (der auch noch gekommen war) mussten alleine rausgehen, tja, kann man nichts machen. Gute Nacht, J. (das bin ich!) und H.!

Dann war der erste richtige Tag, dadadadadaaaaa!

Am nächsten Tag gab’s Frühstück (laut Plan um neun, wir waren auch fast zu dieser Zeit am Tisch. Niemand hat gesagt, dass wir angezogen erscheinen müssen) und dann ging’s raus, raus in die wild Stadt.

IMGP4758Und dann sind wir Straßenbahn gefahren und zu einem Flohmarkt gefahren. Der heißt „Stary Konnyi“ und der Ort ist im Plan mit „Moldovanka“ angegeben. Da gibt es alles. Like for real. Aber das ist fast immer so auf solchen Märkten. Hier kann man aber mehr Sowjetsachen kaufen. Und Nazisachen. Und Tiere. Und Bücher. Und lustige alte Sachen. Ich habe so einen Teeglashalter gekauft, da sind Pferdchen drauf, das finde ich super. Ich habe kein passendes Glas dafür, aber er macht sich auch als Deko ganz gut.

Die Tiermärkte finde ich ich immer ein bisschen ekelig. Da war es so heiß und die Tiere so klein. Ich will dann immer lieber kein Tier mehr haben, aber das will ich sowieso meistens nicht, das geht sich also gut aus.

Ich hätte aber gerne so einen schicken Tiger in meinem Auto (ich habe aber gar kein Auto).

IMGP4782 IMGP4787Oder ich wäre gerne so eine alte ukrainische Oma, die aus dem Fenster guckt. Das kann ich mir ja eh super für später vorstellen. Dario und ich sitzen dann da so und schwingen unsere Gehstöcke und zeigen auf die vorbeziehenden Menschen. Auf die besonders blöden werfen wir die Stöcke dann.

Jedenfalls hatten wir dann fertig gefrühstückt und sind irgendwie weitergelaufen.

Die Brunchzeit (schon wieder eine Planabweichung!) hatten wir verpasst, deswegen haben wir was anderes gegessen. Da ist Lamm(?)fleisch drin und der Tee schmeckte sehr gut, auch wenn es mir immer etwas Sorge bereitet sehr heißen Tee aus Plastikbechern zu trinken. Trinkt man da das halbe Plastikzeug mit? Bestimmt. Aber das hat ja auch den Fischen nicht geschadet, da wird es mich schon nicht umbringen.

IMGP4790Danach sind wir weiter durch die Stadt gewandelt, S. mit einem Ziel, wir anderen nicht. Ich habe die Stadt auch irgendwie nicht gesehen, ich war nur so da.

IMGP4792 IMGP4793 IMGP4794 IMGP4796 IMGP4799Dann waren wir nämlich am Ziel! Dem Eingang zu den Katakomben (immer noch das BESTE Wort), da haben wir so eine halboffizielle Führung gemacht mit einem den S. von irgendwem kannte, der konnte auch deutsch. Aus den Katakomben gibt es nicht so viele (und vor allem keine guten) Fotos, denn es war dunkel und wir mussten ordentlich rumlaufen. Glücklicherweise hatten wir Helme auf, sonst hätte ich mir bestimmt ein paar mal den Kopf gestoßen. Das war auf jeden Fall ziemlich cool.

Es gab sogar auch eine Teepause mit Keksen unter Tage! Und einmal waren wir an einem See und haben alle alle Lampen ausgemacht und es war ganz still und dunkel. Falls also jemand zufällig mal in Odessa ist, kann ich das nur empfehlen.
Es war trotzdem etwas komisch die Stadt erstmal von unten kennenzulernen bevor es dann oben weiterging.

Oben ging’s dann erstmal zur Potemkinsche Treppe, die ich mir in der Tat cooler vorgestellt habe.

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Dann waren wir auch noch am Operngebäude, das ist gleich da.IMGP4817 IMGP4819Dann sind wir aber erstmal zur Philharmonie gelaufen und haben dort ein Konzert angesehen. Äh.. das waren Stücke aus Stücken, die Instrumentalsachen waren ganz in Ordnung, die Operngesänge dazwischen waren grenzwertig, weil ich a) Operngesäng von der Art her recht grausam finde und b) die Sängerin eine entsetzliche Stimmfarbe hatte. Aber es war trotzdem ganz cool. Vor uns saß eine Schulklasse, die das gar nicht witzig fand, dass sie da sein musste, das war witzig.

Das Gebäude hat mir jedenfalls gut gefallen.

Danach war dann noch Eurovision, inklusive Party. Da saßen dann viele Leute und im Fernsehen wurde gesungen. H. und ich haben aufmerksam zu gesehen und, Kinder, Kinder, das ist ja schon furchtbar. Das waren ja NUR schlechte Lieder. Ich bin kein sehr erfahrener Gucker (nicht meine Musik), aber das war ja grausame Scheiße. Sind dann nach Hause gefahren. Mit dem Taxi, das hundert Jahre nicht kam. Zuhause habe ich tatsächlich noch die Punktevergabe gesehen, das finde ich immer viel spannender und dann wurde geschlafen.

Gute Nacht, Odessa.
Josefina