Kinder, es ist sehr warm dort draußen und ich bin aus dem Büro geflohen, müsste folglich hier in der heimatlichen Wohnung noch das ein oder andere erledigen; ich werde das auch tun! Gleich! Ganz bestimmt! Aber vorher, vorher rede ich hier noch ein bisschen rum, lausche meinen Fingern auf der Tastatur.

Ein bisschen froh bin ich übrigens über dieses Wetter, diesen plötzlichen Sommer: Es macht das Packen des Koffers für Italien etwas leichter, ich kann mir nun immerhin vorstellen wie es ist Sandalen zu tragen. Das war am Montag noch nicht der Fall. Am Montag habe ich Harry Potter and the Cursed Child gelesen, in eine Decke gewickelt mit heißem Tee dazu, draußen wütete ein Sturm (okay, in echt hat’s nur ein bisschen geregnet), da war das alles noch ganz anders.

Apropos Bücher, ich hatte meinen regelmäßigen medimops-Anfall und habe mir neun Bücher gekauft, aber der Postpote muss heute ein kleiner Witzbold gewesen sein, denn es liegt nur ein Paketschein im Briefkasten, dabei war ja jemand da! Jetzt muss ich morgen zur Post gehen und meinen Fund nach Hause tragen, da habe ich nur Semilust drauf, freue mich aber schon enorm auf die Bücher. Das wird sicherlich toll!

Ansonsten geht’s wie gesagt Ende der Woche nach Neapel, davor muss ich noch Sachen vorbereiten, die ich eigentlich erst in Moskau – da geht’s direkt im Anschluss hin – brauche, deswegen kann ich mich noch nicht so richtig motivieren, habe aber sicherlich genug Panik in mir und werde es somit erledigen.

Wenn wir schon bei Reiseplanungen sind (das sind aber zwei Dienstreisen! Gar nicht privat! Da wird nicht gelacht!), dann kann ich auch weiter davon reden, man muss ja thematisch beeinander bleiben. Ich habe eine Idee, die ich spontan hatte, aber das ist schon sehr lange her, deswegen ist es inzwischen nicht mehr spontan, spontan in die Tat umgesetzt und für Dario und mich Züge in den Süden Frankreichs gebucht, damit wir Marseille auch mal im Winter ansehen können. Eine Unterkunft habe ich heute morgen auch gebucht. Läuft. Ich freue mich riesigst. Unendlichst. Hyperfreude. Eine weitere, sehr erfreuliche Reiseneuigkeit ist, dass meine Schwester megacool ist, das wusste ich schon vorher, aber jetzt ist sie sogar konkret cool, denn wir haben unsere gemeinsamen Reiseplanungen konkretisiert und werden wohl im nächsten Jahr gemeinsam nach Island reisen und eine Woche im Kreis reiten. Das wird SO cool werden. Wir haben schon eine Reittour rausgesucht und im September werde ich das buchen und das wird RICHTIG cool werden. Da freue ich mich auch hyper drauf.

Im Bezug auf hyper kann ich dann gleich auch noch berichten, dass ich vor zwei Wochen auf einem Konzert war und Patti Smith immer noch unendliche Großartigkeit ist. Auch wenn das Konzert in einem Kino war und dadurch etwas absurd (die Lichtburg in Essen sieht aber sonst sehr nett aus). Trotz der Komischheit ein solches Konzert aus einem Kinosessel heraus wahrzunehmen, war es fantastisch. Außerdem habe ich an dem Tag zwei Döner gegessen, das mache ich sonst auch nicht so oft. Hauptsächlich weil die in Hamburg viel teurer sind als im Pott, sonst würde ich das ständig machen, ist ja klar.

Vom Essen weg kann ich dann noch schnell über Sport berichten, das macht sich ja immer gut am Ende einer Nachrichtensendung: Ich mache gerade einen Aqua-Power-Kurs und der Name ist unendlich peinlich und als ich das erste Mal hinmusste, wäre ich fast gestorben, weil ich dachte, da wären jetzt nur alte Omis und ich und alles würde furchtbar werden. Aber am Ende macht der Kurs leider Spaß und die Leute sind sehr nett, aber es ist trotzdem ein sehr peinlicher Name. Ich hatte am Dienstag trotzdem so Muskelkater in den Beinen, das war gar nicht mehr schön. Natürlich musste ich ausgerechnet an diesem Tag mit dem Fahrrad zum Stall. Bin also die 15 km hingegurkt. Ist mir natürlich dreimal die Kette rausgesprungen. Hatte ich natürlich mächtig gute Laune. Aber dann bin ich ja geritten und dann habe ich immer gute Laune und für den Rückweg wurde mein Fahrrad repariert und gefühlt fährt es seitdem doppelt so schnell und die 15 km zurück waren ein Witz, da bin ich geflogen!

Das Pferd stirbt übrigens doch nicht. Ich habe hier nie geschrieben, dass es stirbt, aber es sollte kurzzeitig mal sterben, das war nicht so schön und sogar ziemlich traurig, aber jetzt sind wir alle wieder fidel. Und lachen. Und galoppieren! Das alte Pferd und ich! Das machen wir nicht sehr oft, weil wir nicht so flott unterwegs sind, aber gerade sind wir in guter Stimmung.

Ansonsten bin ich insgesamt leider auch eher gutgelaunt. Meine dunkle Seele ist verschwunden, ich finde ständig alles super. Ich wohne megagerne mit diesem Dario zusammen, ich singe und tanze den ganzen Tag. Meistens leider furchtbare Lieder, aber ich bin nun mal die Coolste, wenn ich cruise, wenn ich durch die City düse.

Und hiermit sind die Nachrichten vorbei. Ich verabschiede mich ins Abendprogramm. Da empfehle ich heute Die Geisterschiffe. Das ist ein Zeit-Artikel über Fischerboote, die an Japans Küsten angespült werden.

Wir melden uns wieder mit dem Reisefreitag aus Odessa.
Außer ich habe keine Lust. Aber die Fotos liegen schon hier.
Josefina

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