Ich habe meine hyperaktiven fünf Minuten, ich renne durch die Gegend und lege Sachen von einem Ort an den anderen, ich notiere Dinge, in meinem Kopf dreht es sich. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach diesen fünf Minuten innerlich zusammenbreche, ist ziemlich groß. Ich bin quasi manisch-depressiv in Miniatur. Aber noch geht es, noch zucken die Finger. Allein: es gibt überhaupt keinen Inhalt. Dario steht in der Küche und kocht, die Küche ist direkt vor meinem Zimmer und ich habe gerade Knoblauch gepresst. Das ist nicht sehr aufregend.

Ich war auch schon beim Pferd und bis auf eine Person (mit der weiß ich nie, wie ich reden soll), habe ich total kommuniziert, da klopfe ich mir immer selbst auf die Schulter, weil ich das Gefühl habe, manchmal sozial einfach nur seltsam zu sein und zu wirken, aber sogar im Auto habe ich Konversation betrieben. War aber auch einfach, weil meine Lieblingsstallleute da waren. Das Pferd war auch lieb, antwortet aber überraschend selten. Ich bin beizeiten eine von diesen seltsamen Personen, die mit dem Pferd redet. Gelegentlich aber auch nicht. Einmal habe ich schon versucht, ob das Pferd vielleicht besser Englisch kann als Deutsch, aber da hat es auch nicht geantwortet. Vielleicht war auch mein irischer Dialekt nicht gut genug. Das Pferd ist ja Ire! Das ist verrückt, die hat Orte von der Welt gesehen, die ich gar nicht kenne. So ein kleiner Glückspilz.

Jetzt merke ich schon, wie ich traurig werde. Vielleicht kauere ich mich gleich auf dem Sofa zusammen und versacke in mir selbst. Das kann ich auch gut.
Das war’s mit dem kurzen Abriss aus den tiefen meiner Seele. Traurig wie leer und gedankenlos es dort ist, nicht?
Josefina

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