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So. Offensichtlich habe ich eh nichts anderes zu sagen, also weiter mit Island. Island, Island, Island. Der dritte Tag, falls ich mich nicht verzählt habe. Ich starte aber mit allgemeinen Anmerkungen:

1. Die Fotos sind teilweise mit meinem Handy, teilweise mit einer kleinen Digitalkamera (Canon Ixus irgendwas) und teilweise mit der Spiegelreflex (Pentax k-7) gemacht. Es wäre klug gewesen all diese Geräte auf Ortszeit zu stellen oder zumindest alle auf gleiche falsche Zeit. Es ist nicht hilfreich, wenn man Fotos mit drei unterschiedlichen Zeitstempeln hat und man das dann erst mal auseinander dröseln muss, damit die Bilder in der richtigen Reihenfolge sind. Ist die Wahrheit. (Canon -3:10, was ist das für eine Zeiteinstellung?)

2. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich sagen wollte, aber Aufzählungen mit nur einer Nummer sind sinnlos, deswegen schreibe ich jetzt noch was. Also nach dem „Proberitt“ am ersten Tag (siehe letzter Eintrag! Haha!) sind wir von Unterkunft zu Unterkunft geritten, wir wussten also morgens nie wo wir abends sein würden. Die Guides wussten das, es war alles sehr geplant, aber wir Teilnehmer wussten das nicht, die Spannung war also immer riesig. Unsere Rucksäcke (man reitet nicht mit einem Reiserucksack, stellt euch das vor!) wurden in einem Auto gefahren, dieses Auto wurde von unserer Köchin gefahren, die uns Frühstück und Abendessen gemacht hat und manchmal Mittags auch ein Mittagessen zu uns gefahren hat. Und immer wenn wir in den Unterkünften ankamen, war da schon ein gedeckter Tisch. Das war wundervoll. Außerdem war das die einzige Isländerin und sie hat uns sehr viel über Trolle und so erzählen können. Außerdem war die superlieb.

3. Meine M-Schwester hat ein Stoffschaf, das heißt Pontus, weil wie sollte ein Schaf sonst heißen, und Pontus ist mitgereist, weil ein Schaf auf Island sehr glücklich ist. Jedenfalls konnte Pontus ja nicht jeden Tag mitreiten, sondern musste im Auto fahren. Und weil man ja im Rucksack im Anhänger nichts sieht, hat die Köchin ihn vorne mit im Auto fahren lassen und ihm Island gezeigt. Ernsthaft. Es gibt Fotos von Pontus, was er tagsüber erlebt hat. Beeren essen, Pause genießen, all sowas. Megalieb.

4. Pferdeherde! Zu den 23 Pferden, die Reiter tragen mussten, führten wir ca. 40 Pferde ohne Menschen mit. Eine freie Herde Pferde! Aus der wurden dann die Pferde getauscht und so. Es gab also eine Vorhut, eine Herde (niemals in der Herde reiten!) und eine Nachhut. Ob man vor oder hinter der Herde war, wurde entschieden je nach Pferd, welches man gerade ritt. Ich bin lieber vor der Herde geritten, insgesamt.

5. Vom dritten Tag gibt’s am allermeisten Fotos. Mir ist egal, ob die alle gleichaussehen. Ich bin da radikal. Ich befürchte auch jetzt schon, dass ich nichts zu schreiben haben werde und es nur Fotos geben wird. Tja.

6. Ein bisschen ab vom Thema: Ich sage Ferd, also ich spreche kein pf am Wortanfang. Falls ihr euch vorstellen wollt, wie ich euch diese Worte hier vorlese, solltet ihr das wissen, denn das Wort Pferd kommt einige Male vor. Bei großem Interesse produziere ich natürlich auch eine Audiofassung des Beitrags.

Erstmal war morgen und wir sind aufgestanden und haben gepackt und uns in Reitkleidung geworfen und unsere Rucksäcke an der Rezeption abgegeben, damit sie uns hinterhergefahren werden konnten. Dann gab’s Frühstück und um 7:45 wurde sich getroffen, damit wir dorthin fahren konnten, wo wir die Pferde gestern gelassen hatten.

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Dann sind wir ca. eine halbe Stunde ohne Herde geritten und haben dann die Herde in Empfang genommen. Am Anfang war ich etwas nervös deswegen, weil dir dann halt gesagt wird: „Macht mal einen Halbkreis, gleich rennen 40 Pferde auf euch zu, lasst die nicht durch“, aber am Ende rennen die (meistens) gar nicht und wissen ziemlich genau, was Sache ist. War diesmal auch so. Die sind stehen geblieben und haben Gras gefressen, wie ein ordentliches Pferd das halt so macht.

Ich hatte übrigens an diesem Tag drei Pferde, die alle gleich aussahen. Das erste Pferd war ein schnelles Pferd, ein Pferd, das ich gut leiden konnte, mir aber auch einen Moment der Angst bescherte. Denn ich saß da so oben und dachte mir so „Wenn der jetzt irgendwie einfach an der Gruppe vorbeiläuft, halte ich den nicht mehr.“ Es ist normaler Weise nicht sehr gut, wenn man das Gefühl hat sein eigenes Pferd nicht halten zu können, aber ich habe den hinter einem anderen Pferd eingeklemmt und mal darauf vertraut, dass der schon nicht vorbeirennt. War aber trotzdem nicht das sicherste Gefühl aller Zeiten, dabei war das Tempo top (Ich reite gerne wie ich Auto fahre: schnell und unsicher, beste Kombi!).

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Und dann zogen wir weiter durch die grüne Landschaft. Das, was aussieht wie Wiese, ist meistens ziemlich moosig und weich. Man läuft darüber wie über einen Schwamm (wer läuft eigentlich über Schwämme? Egal.) und hin und wieder qualmt es.

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Und Bächlein gibt es auch immer wieder, die sich recht malerisch durch die Landschaft ziehen. Wir waren übrigens auf dem Weg nach oben.

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Ich habe übrigens an diesem Tag schon festgestellt (und das auch nicht mehr rasend geändert), dass ich gerne ziemlich weit vorne reite. Die Gruppe im Rücken und so. Ich denke, ich mochte das vor allem, weil man dann das Tempo mitgehen konnte. Also nicht, dass wir so schnell waren, aber wenn vorne getöltet wird, dann kommt das oft beim letzten in der Gruppe gar nicht mehr an, weil irgendwer das aufhält und alles verzögert. Nee nee nee, da trinke ich doch lieber Tee und reite vorne.

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Und so reitet man dann halt durch die Landschaft. Grüne Wiese, schwarze Steine, weiße Blumen. Alles sehr malerisch. Kann man nichts gegen sagen. Hat bisher auch niemand versucht.

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Besonders malerisch wird’s natürlich, wenn dann noch Pferde ins Bild laufen.

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Dann gab’s eine Pause, im Tal der Pferde, Marardalur. Eine ebenfalls recht malerische Schlucht, in der wir Brot und die Pferde Gras aßen.

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Hier gab’s dann auch einen Pferdewechsel. Mein zweites Pferd, Bolli, und ich sind irgendwie nie die besten Freunde geworden, dabei war das echt ein okayer Dude. Aber wir hatten uns nichts zu sagen. Aber wir hatten uns auch nichts Böses zu sagen.

Aus dem Tal heraus sind wir erstmal wieder ein Stück zu Fuß gegangen, durch enge Stellen, raus aus dem Grünen. Oben angekommen war’s dann tatsächlich gar nicht mehr so grün.

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Dann wir wir jedenfalls geritten. Da oben ziehen sich so kleine Pfade durch die Landschaft, auf dem Bild unten kann man das, denke ich, ganz gut sehen. Die sind manchmal ziemlich flach und manchmal so tief, dass Reiter, die größer sind als ich, ihre Füße anziehen müssen. Ich muss ja auch sagen, von der Körpergröße und Beinlänge sind Isländer schon so meine Pferdegröße, weil… ich bin sehr klein und ich habe auch noch ziemlich kurze Beine. Ich musste dementsprechend meine Beine nicht anziehen, ich habe überall bequem durchgepasst.

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Dann gab’s die letzte Pause und den letzten Pferdetausch.

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Das Pferd, das ich dann hatte, hieß Bubi. Ich hoffe, er heißt immer noch so. Das war mein zweites Lieblingspferd der Reise. Ich saß da einfach sehr gut drauf und habe mich kein Stück bewegt. Das war sehr angenehm. Und dann sind wir weiter über so Pfade getöltet, das war großartig. Wir waren wieder im Abstieg begriffen, in der Ferne sah man einen großen See, es sah sehr schön aus und das Pferd war, wie gesagt, fantastisch. Bubi forever.

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Dann war’s leider vorbei mit der Reiterei für diesen Tag und wir sind abgestiegen und haben die Pferde „abgestellt“, die Sättel in den Anhänger geworfen und sind dann noch den See angucken gegangen.

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Der See ist der größte See Islands (wird manchmal behauptet, haben wir so gelernt, aber vielleicht ist ein Stausee doch größer. Es scheint kompliziert zu sein), jedenfalls treffen hier am Þingvallavatn zwei Kontinentalplatten aufeinander und deswegen gibt es tiefe Spalten und alles ist sehr wild. Historisch ist dieser Ort auch wichtig, weil hier Alþingi stattgefunden haben, also das isländische Parlament quasi hat sich dort getroffen und über Gesetzte und so getagt.

sdr

Nach diesem Ausflug ging’s dann mit dem Auto in die Unterkunft, die Pferde waren auch schon dort.

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Und die Köchin halt, die wir dort erst kennenlernten und die uns am diesem Abend eine großartige Lammsuppe gekocht hat. Die Unterkunft war ziemlich einfach – wenig Strommöglichkeiten, keine Dusche, sechs-Bett-Zimmer. Aber die M-Schwester und ich waren nur mit netten Leuten auf dem Zimmer und wir waren auch nicht in dem Zimmer, das sich ausgeschlossen hat, wir waren also auf der Gewinnerseite.

Abends haben wir noch mal die Pferde auf der Weide betrachtet, weil es sonst auch nicht so rasend viel zu sehen gab.

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Hier war die Wiese auch nicht so wiesig, deswegen gab es zusätzlich noch einen Heuballen, der an die Pferde verfüttert wurde. Ich habe tatkräftig geholfen und Fotos von dem Unternehmen gemacht, man kennt ja seine Aufgaben.

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Dann war der Tag auch schon vorbei und nach noch etwas beieinander sitzen konnte die erste Nacht im Schlafsack dann beginnen. Mein Schlafsack war sehr warm. Und sehr gemütlich. Alles war gut.
Josefina