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Ich würde mich gerne bei allen Leuten entschuldigen, die mit Pferden nicht anfangen können. Aber eigentlich auch nicht. Denn Pferde! Und Island! Es war einfach toll, da können wir nichts machen. Der Tag, der nun geschildert werden soll, war besonders toll.

Der Anfang war allerdings holprig, was an diesem Pferd lag, was man hier verträumt auf die nächtliche Unterkunft (meine, nicht seine) blicken sieht.

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Das Pferd war ein Hinter-der-Herde-Pferd und ein unendlich seltsam zu sitzendes Pferd, das irgendwo zwischen Tölt, Pass, Trab und Galopp lief (was ich auch nicht korrigiert bekam am Anfang), was einfach unendlich wackelig ist. Sonst hat man nicht das Gefühl, dass man von einem Isländer schnell runterfällt, hier hatte ich das erste Mal aber Angst, dass ich beim nächsten Schritt einfach auf dem Boden sitzen würde. Ein bisschen gruselig. War also eine sehr wackelige Strecke, die durch eher düstere Gegenden (im farbtechnischem Sinne) an Straßen lang führte.

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Außerdem musste eine große Brücke überquert werden und meine Schwester saß auf einem Vor-der-Herde-Pferd, wollte aber nur in meinem Beisein die Brücke überqueren. Da durfte ich auch kurz ein Vor-der-Herde-Pferd sein und das Pferd neben meiner Schwester über die Brücke führen, die wir so sicher auf der anderen Seite ablieferten. Danach war ich wieder ein Hinter-der-Herde-Pferd und weiter ein wackliges Pferd. Aber die Farbe finde ich ja totschick (das linke war meins).

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Der Rest dieses Streckenabschnitts führte weiter durch sehr staubige Gegenden, meine Hinter-der-Herde-Gruppe ist aber ziemlich langsam gewesen, weil eine Reiterin sich sehr unsicher gefühlt hat. Das hatte aber zum Vorteil, dass mein unbequemes Pferd etwas bequemer wurde, da verzichte ich auch ausnahmsweise mal auf den Geschwindigkeitsrausch, den diese Strecke sonst sicherlich liefern kann. Dann war Mittagspause. Neben den Steinen und dem Staub gab’s auch Wasser.

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Die Pferde waren eingesperrt, also das heißt, es gab Zäune und niemand musste eine Leine halten, und dann gab es warmes Mittagessen, welches uns gebracht wurde.

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Das Wasser war eigentlich ein Wasserfall, da konnte man auch mal gucken gehen.

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Ich finde die Farblosigkeit von diesem Ort ja faszinierend, vor allem, wenn man wirklich da war und sich das in alle Richtungen weitererstreckte.

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Nachdem Essen und dem Trinken wurden die Pferde wieder geweckt und verteilt.

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Ich habe eine schicke Scheckstute bekommen, ein nettes Tier. Ich kann auch jetzt schon verraten: deutlich bequemer als Pferd Nummer Eins. Und flotter. Aber flotte Pferde wurden auf diesem Abschnitt viele verteilt – aus gutem Grund, wie wir lernen sollten.

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Kurz vorm Abreiten helfen immer alle allen und halten Pferde und ziehen Gurte nach und prüfen nochmal was. Da steht man dann auch schonmal mit drei Pferden auf einmal da, aber obwohl ich gerade noch sagte, die Dame sei flott, kann sie auch ganz still stehen und so tun als könne sie nicht laufen.

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Die Strecke fing auch direkt etwas flotter an, war aber weiter staubig.

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Die Flottigkeit wurde von einer kurzen Pause gestoppt, da spannten wir dann ein Seil um die Herde, welches der eine Teil festhielt und die Pfere beobachtete. Pferde sind sehr schöne Tiere.

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Der andere Teil, der gerade kein Seil hielt, guckte einen weiteren Wasserfall an. Da rauscht der Bach. Ich mochte vor allem den Kontrast zwischen dem Grün (es gab wieder Farbe! Wir waren wieder etwas weiter unten!) und dem Stein.

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Dann kam ein unglaublich witziger Reitteil. Denn wir waren wieder auf einem sandigen Weg, der durch eine Art Wald (also: isländischer Wald) führten, da konnte es dann mal schnell werden. Schnell heißt hier immer noch Tölt, kein kollektiver Galopp, aber so ein Isländer kann verflucht schnell tölten. Irgendwann hat sich der Guide nach hinten fallen lassen und uns (eigentlich meine Schwester und noch eine, ich war in der zweiten Reihe) das Tempo bestimmen lassen, wurde also noch einmal eindeutig schneller. Und lustiger. Wie gesagt, schnell reiten ist ein Hobby von mir, ich mag das und die Scheckstute war sehr bequem und hatte einen sehr guten Tölt. Hui. Davon gibt’s dann auch keine Fotos, weil wir schnell waren! Ein bisschen besorgniserregend war, dass wir ja auch nicht wussten, wann wir wieder anhalten mussten, aber das ergab sich dann auch recht natürlich als wir an eine Weide kamen. Am allerschönsten war dann aber eigentlich der Blick in die Gesichter der anderen – wie gesagt, ich war mit meiner Schwester ziemlich weit vorne, wir sahen noch ganz manierlich aus, der Rest hatte eine dicke Staubschicht im Gesicht, die sind wohl einen großen Teil der Strecke auch eher blind geritten. So eine Pferdeherde wirbelt auf so einem Sandweg schon einiges an Staub auf. Großer Spaß.

Dann passierte noch was Schönes: Ich bekam mein allererstes Pferd, mein Herzenspferd der Herzen. Oh Gott, so groß, so schön. Ich sterbe immer noch.

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Danach ging es landschaftlich sanft und grün weiter, das war irgendwie total irritierend für die Augen, nach dem vielen Grau und Staub der letzten Tage.

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Ich war wieder ein Hinter-der-Herde-Pferd, wieder waren wir nicht so viele. Und ich konnte ziemlich viel galoppieren. Und wenn dieses Pferd galoppiert, das ist zum Weinen schön. Oh Gott. Ich sterbe weiter. Dieses Pferd, die Herde vor einem und dazu die Landschaft.

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Ach, ein Träumchen, alles im allem.

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Und dann wurden die Pferde auf eine ebenfalls sehr grüne Wiese entlassen und hatten frei.

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Und dann sind an dem Tag noch mehr Sachen passiert.

1. Wir sind zunächst in der Unterkunft angekommen und wurden dann abgeholt, um in ein Schwimmbad zu fahren. In Island ist alles Wasser, was zum Baden gedacht ist, warm. Wir saßen also im warmen Wasser draußen und man hatte mal wieder das Gefühl wirklich sauber zu werden. Außerdem gab’s auch eine Rutsche, Spaß auf allen Seiten!
2. Das Abendessen war sehr lecker und lustig.
3. Wir haben alle in einem großen Raum geschlafen und mitten in der Nacht hat meine Schwester in meine Ferse gekniffen und ich habe mich so erschrocken, weil ich einfach total überzeugt war, dass mich gerade ein Pferd in den Fuß gebissen hatte, dass ich erstmal ziemlich lange nicht mehr schlafen konnte. Ich habe auch ziemlich lange gebraucht bis in meinem Bewusstsein angekommen war, dass mich vermutlich gerade kein Pferd gebissen hat. So ein verschlafenes Hirn ist schon witzig, was sich das dann so ausdenkt.

Das war ein super Tag gewesen!
Josefina

 

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