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Ein letzter Tage des Reitens, schon ein bisschen wehmütig ist man da gewesen. Außerdem habe ich zum letzten Mal Skyr gefrühstückt (das ist gelogen, weil man das ja auch in Deutschland kaufen kann und ich das manchmal tu) – man kann das in gesund frühstücken, man kann auch Sahne und braunen Zucker draufkippen, das ist dann lecker.

dav

Dann ging es zu den Pferden. Die lieben, lieben Pferde. Der letzte Tag ist ein Tag ohne Herde, damit man flott reiten kann. Die Guides hatten ein paar Handpferde dabei, das war’s. Am Vorabend hat man außerdem Pferdenamen aufschreiben dürfen, von den Pferden, die man noch einmal reiten wollte. Ich habe drei Namen aufgeschrieben, aber ich wusste da schon, dass ich eins nicht bekommen würde, weil mehrere Leute erkannt hatten, dass das ein Superpferd ist – aber ich durfte denn ja dafür am Vortrag schon noch einmal reiten. Es geht hier um das wunderbarste, große Pony. Das bequemste Pony allerzeiten.

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Jedenfalls bekamen wir Ponys, ein letztes Mal Sattelgewusel, schon ein bisschen seltsam. Man hat sich sehr daran gewöhnt. Es war außerdem so enorm anders als der Alltag, den man sonst hat, das man den ganz vergessen hat und nur noch da lebte und dann sollte es vorbei sein.

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Als erstes Pony habe ich jedenfalls den Schecken bekommen, den ich hier schon mal geritten war, der so schön rennen kann.

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Und dann flitzten wir los – durch die sanfte Hügellandschaft. Na gut, am Anfang waren noch gar nicht so viele Hügel da. Aber wir flitzen trotzdem. Und ohne Herde kann man immer Pinkelpause machen, wenn jemand muss! Mit Herde nicht, die hält nicht einfach an. Total praktisch also.

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Es war übrigens ein bisschen diesig an dem Tag, aber trotzdem schön. Gutes Reitwetter, nicht kalt, nicht warm, nicht nass. Kann man so anbieten. Danke an Island dafür.

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Als zweites Pferd habe ich Bubi bekommen (der war am zweiten Tag schon mal), das fand ich großartig, weil der ja meine zweite große Liebe war. Ein Toppferd. Und mit dem ging es dann noch flotter durch die Wiesenlandschaft.

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Und durch ein paar Bäche, wir sind da nicht so. Wenn man übrigens bedenkt wie viele normale Reitpferde nicht mal durch Minipfützen gehen, ist es schon immer recht beeindruckend zu sehen, wie sich diese gar nicht mal so großen Ponys in die Fluten stürzen, die Bäche sind ja auch echt kalt. Und schön.

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Der letzte Teil war wirklich durch eine Hügellandschaft. Das war wie Achterbahn fahren mit dem Pferd, das war unglaublich lustig. Gruppengalopp den Berg hoch und alle lachen, das ist ein großer Spaß. Sollten alle mal ausprobieren. Vor allem mit so einer Schwester wie ich sie habe.

Und dann war’s leider schon vorbei. Wir sind da angekommen wo wir angefangen haben. Und dann war’s ein letztes Mal ein flauschiges Ohr sehen.

sdr

Und ein Aufwiedersehen an die Pferde.

dav

Und die hatten dann erstmal ein bisschen Ferien. Haben sie sich auch verdient.

dav

Wir sind dann mit dem Auto zurück zur Farm gefahren, haben dort unsere Hände gewaschen und eine Kleinigkeit gegessen und uns gesammelt. Auf der Fahrt dorthin hat es übrigens angefangen zu regnen, das erste Mal seitdem wir auf Island waren hat es geregnet.

dav

Danach sind wir alle in ein Hotel in Reykjavik gefahren worden, wir sind dann noch gemeinsam Abendessen gegangen. Es ist seltsam, Leute, die man nur in Reitkleidung und dreckig kennt, in normaler Kleidung zu sehen. Das Restaurant war nicht so richtig gut, aber ich habe mich sehr freundlich mit Französinnen unterhalten, bei denen kommt es gut an, wenn man deren Land toppigst findet. Und dafür muss ich nicht mal lügen. Marseilleliebe lässt einen auch in Island nicht los.

dig

Und dann ging’s ins Hotel und noch ein bisschen mit den anderen (eigentlich nur zwei) plaudern. Und dann war’s wirklich quasi vorbei. Die Knie hatten auch genug. Ich hatte keine Blasen oder so und eigentlich keinen Muskelkater, aber der Moment als die Knie verstanden haben (Knie können das!), dass sie auf kein Pferd mehr „müssen“, da haben sie schon ein bisschen erleichtert geknarzt. Jedenfalls habe ich dieses viele Reiten viel besser weggesteckt als ich es dachte, kurz vor der Abreise hatte ich mich echt ein bisschen gefragt, auf was ich mich hier eigentlich einlasse, man kann ja auch schlecht üben acht Tage hintereinander diese Strecken zu reiten, man weiß also nicht, was man da tut. Aber es ging sehr gut. Isländer sind auch einfach ziemlich bequeme Pferde. Was ich hatte, aber das schien mir auch ein eher individuelles Problem, war eine Art Seekrankheit – abends im Bett hat es sich die letzten Nächte so angefühlt als würde ich weiterreiten und davon ist mir etwas schlecht geworden, das war etwas irritierend. Aber ich bin ja auch kein guter Segler, ich bin nur ein passabler Reiter.

Und dann standen uns noch anderthalb Tage in Reykjavik bevor.
Josefina