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Ich mache hier mal eine kleine Zusammenfassung, weil mir alles zerfasert vorkommt. Außerdem habe ich noch die Analogfotos, die dies hier nun illustrieren.

Volubilis

Erst mal halte ich die Route fest: Wir sind von Düsseldorf nach Marrakesch geflogen und dann, nach einer Nacht, nach Fès gefahren. Dort waren wir ebenfalls eine Nacht, haben die Stadt angesehen, sind dann nach Volubilis und Meknès. Am nächsten Tag waren wir dann in Rabat und abends dann in Casablanca. Und dann wieder in Marrakesch. Es gab noch einen Ausflug nach Essaouira und zu den Ouzoud-Wasserfällen. Außerdem gab es Ziegen und Kamele! Dann sind wir wieder von Marrakesch nach Düsseldorf geflogen und ich bin dann ganz flott wieder nach Lüneburg gefahren.

Marokko ist touristisch höchst erschlossen (bzw. ist es dort, wo wir als Reisegruppe waren), wir haben zwar am Anfang gesagt bekommen, dass wir nicht „westliche Standards“ erwarten sollen, es also dreckig sein könnte, aber ich habe das in europäischen Ländern deutlich schlimmer erlebt und auch in Thailand; ich sage das hier auch nur, weil wir so deutlich darauf hingewiesen wurden und es dann halt einfach gar nicht so war. Ich hatte mir das Land jetzt auch nicht als besonders dreckig vorgestellt, aber das ist auch eine Vorstellung, die ich eh nicht von Ländern habe. Aber wir waren auch mit einem Rentner-Programm unterwegs. Die haben vielleicht Angst vor schlechten Toiletten. Ich halte diese Stehtoiletten/Hocktoiletten ja generell für die beste Erfindung. Dann wären deutsche Raststätten vielleicht auch nicht mehr so ekelig.

Die Kommunikation geht mit Französisch und Englisch halbwegs gut, aber wir haben auch wenig versucht außerhalb von Essensläden/Ständen zu kommunizieren, vieles war auch für uns geregelt gewesen. Kann ich also am Ende nichts zu sagen, außer, dass ich den Eindruck hatte, dass man überall bereit war auf uns einzugehen, also das Gegenteil vom Frankreich-Klischee: Auch ohne gemeinsame Sprachkenntnisse wurde eine gemeinsame Lösung gesucht.

Das Essen ist top. Das wusste ich aber vorher schon, dass ich das finden würde und ich fand es und wurde nicht enttäuscht. Ich könnte alleine das Brot für immer essen. Ich könnte auch für immer diesen Tee trinken. Ich könnte auch für immer in der Sonne Leben.

Meknès

Quantifizierung ist immer sehr wichtig, deswegen kommen hier nun meine drei besten Momente der Reise:
1. Die Dachterrassen und der Tee in Kombination. Die in Meknès bei strahlendem Sonnenschein, so viel Helligkeit, die in Marrakesch, wo es die riesigen Zuckerstücke und das gute Essen gab, die in Essaouira, die leer und leise war.
2. Volubilis und das Gefühl, dass die Reise nun losgeht und dass es gut werden wird, weil es trotz der Art der Reise Luft zum Atmen gibt.
3. Die Z-Schwester. Is‘ wahr.

Ich tu mich etwas schwer über diese Reiseform (Pauschalreise) zu reden, denn ich finde die furchtbar, aber ich wusste vorher, dass ich sie furchtbar finde und ich habe das ja trotzdem gemacht. Das hatte vor allem finanzielle Gründe (die zwei Wochen waren sehr billig), aber auch eine gewisse Neugier dieser fremden Welt gegenüber. Und so lernte ich nicht nur Marokko sondern auch Pauschalreisen kennen. Und während ich Marokko gerne noch einmal sehen möchte, möchte ich keine Pauschalreise mehr machen. Dabei muss ich aber sagen, dass der Veranstalter nichts versprochen hat, was er nicht gehalten hat, und alle Leute, die von da kamen, sehr freundlich und hilfsbereit und gut waren. Da kann man nicht meckern.
Die anderen Reisenden waren das Problem, und jetzt finde ich mich problematisch, weil das natürlich eine Erhöhung meinerseits zur Folge hat. Aber man hatte größtenteils wirklich den Eindruck, dass die ihr kleines Stück Deutschland um sich herum haben und das überall hin mitnehmen und gar nichts sehen wollten (Z. hat das sehr hübsch illustriert, sie hat unsere Reise gemalt, jaja). Das ist und war verwirrend. Es waren schlimmste Klischees die da rumliefen, ich war jedes Mal wieder fasziniert, dass es das wirklich gibt. Aber ich will damit jetzt auch nicht sagen, dass ich total den Einblick in das Land erhalten habe oder erhalten hätte, wäre ich alleine gereist. Es wäre nur ein anderes oberflächliches Bild geworden. Denn natürlich ist es verwirrend ein Land so zu sehen, man sieht so viel und man sieht gar nichts, weil man es durch den klimatisierten Bus sieht und in seiner deutschsprechenden Blase steckt (natürlich nicht nur, aber viel). Gleichzeitig ist es natürlich unendlich bequem, weil man so von Ort zu Ort kutschiert wird.

Aber nach Marokko möchte ich noch mal. Ich möchte vieles noch sehen und vieles noch mal sehen. Es erscheint mir auch individuell super bereisbar (und es gibt quasi familiäre Verbindungen in dieses Land, also loslos). Bis dahin trinke ich Tee.

Ziegen

Außerdem habe ich in Marokko den Film Marocco gesehen und jetzt müssen Z. und ich auch mal Casablanca zusammen ansehen.
J.