Ich habe das Gefühl, ich muss noch verschiedene Sachen aufarbeiten, die ich angerissen habe. Ich war zum Beispiel wirklich im See am Sonntag, weil ich nette Freunde haben, die abends dann noch vorbeigefahren gekommen sind, damit ich nicht alleine in den See springen muss und es war so angenehm zu schwimmen, das sollte ich vielleicht mal wieder öfter ausprobieren.
Ansonsten habe ich gestern einen neuen Wasserkocher bestellt. Ich hoffe, er kommt morgen oder übermorgen an und dann gibt es eine Teeparty, eine riesige Teeparty. Ihr seid alle eingeladen. Vielleicht fülle ich auch die Teegläser mal wieder auf. Ich bewahre meinen Tee in den kleinen IKEA-Gewürzgläsern auf und da passt gar nicht so viel rein, da muss man ständig nachfüllen. Gerade ist alles leer außer Kardamom-Tee und… Kamille und Lavendel und verschiedene Minzsorten. Wenn ich also Tee trinke, dann muss ich den direkt aus der Verpackung nehmen. Wie ein Barbar.
Der Lavendel wurde gestern auch geschnitten und jetzt habe ich eine riesige duftende Lavendelsammlung in meinem Zimmer. Zusätzlich zu dem Lavendel, der eh schon vorher da war. Es ist sehr schön. Die vertrockneten Pflanzen habe ich auch weggemacht und jetzt sieht der Vorgarten schon etwas traurig aus.
Des Weiteren kann ich vermelden, dass ich gestern alles gekauft habe, was ich kaufen wollte. Alle drei Dinge und ich musste dafür nur in zwei Läden, nicht in drei. Und ich habe sogar endlich mal wieder ein Buch gekauft, das es direkt im Laden gab. Ohne bestellen! Sehr aufregend. Ein Geschenk wird es werden, ich selbst kaufe mir keine Bücher im Buchladen. Fast hätte ich mir gestern aber ein Buch bei der Wasserkocherbestellung mitbestellt. Habe dann an die über 300 ungelesenen Bücher gedacht und daran, dass ich im August das Lesen wieder aufgegeben habe und da habe ich es gelassen. Man lernt ja.
Außerdem habe ich für heute etwas abgesagt und das hat dafür gesorgt, dass ich mich direkt besser gefühlt habe, denn obwohl ich auch gerne hingegangen wäre, hat mich das logistisch so gestresst und ich brauche die Zeit. Denn die rennt ja schon wieder. Wie so ein kleines Kind. Kleine Kinder rennen immer, ich weiß auch nicht, wieso. Und dann schlafen sie mitten im Laufen einfach ein und glauben, ihnen würde nichts passieren. Naiv.
Ich habe Honigtoasti gefrühstückt, das hat mich sehr glücklich gemacht. Geschmacklich und ästhetisch.
Ich kann mich erinnern wie in Heidelberg das Licht auf die Treppe fällt, ich kann mich auch an das Wohnzimmer und den Hof erinnern, aber ich weiß nicht, wo das Haus ist. Auf dem Hof gab es Hühner, ich tippe also, es war nicht unmittelbar in Heidelberg, aber ich weiß nichts über Heidelberg, vielleicht gibt es da auch in der Innenstadt Höfe mit Hühnern und lichtdurchfluteten Treppenhäusern. Da saß ein Weberknecht drauf, wir haben uns nicht daran vorbeigetraut. Also waren wir oben gefangen. In einem Zimmer mit sehr hohen Decken und Balken. In meiner Erinnerung ist das ein sehr gemütliches Haus.
Das andere Kind, das mit mir da war – eigentlich war ich mit ihm und seiner Familie da –, war mein bester Freund oder so etwas und dann war man irgendwann nicht mehr befreundet. Ist das nicht seltsam? Ich glaube nicht, dass ich ihn heute auf der Straße erkennen würde, wir waren im Kindergarten Freunde. Ich zumindest sah im Kindergarten anders aus als heute. Aber nur unwesentlich kleiner.
Jetzt ist die Waschmaschine gleich fertig. Und danach wartet die große saubere Freiheit auf uns alle.