Erst mal die wichtige Nachricht für alle: Ich habe seit gestern wieder einen Wasserkocher! Ich habe mir gerade also unkompliziert 1,7l Tee gekocht (die ich jetzt am besten in 20 Minuten trinke, weil ich dann losgehen muss). Es ist ein Fest. Heute gibt es Russischen Samowartee.
Ansonsten muss ich davon berichten, dass ich gestern meine Ansätze nachfärben wollte (ich trage aktuell blonde Strähnchen, selbstgefärbt) und ich jetzt irgendwie immer noch Ansätze habe, aber der Rest kolossal blond ist. Dabei habe ich mir von einer Freundin helfen lassen. So sieht’s aus. War aber lustig.
Gerade schüttet es. Der Regen schießt auf uns nieder und ich finde das ja immer ein sehr gemütliches Geräusch. Wenn ich in meinem Zimmer sitze, dann kann ich auch hören, wie es in der Küche auf dem Dach prasselt, da ist eine Schräge, und das Geräusch mag ich sehr, allerdings halt weniger, wenn ich da raus gehen muss. Da hat ja niemand Bock drauf.
Heute wird das Auto vollgepackt und morgen geht’s los. Die Katzenanleitung ist geschrieben, ich darf weder vergessen meinen Reisepass einzustecken noch den Impfpass von der Katze rauszulegen. Sehr viel müssen und Notizen in meinem Kopf.
Der Tee ist immer noch so heiß, dass ich nichts davon trinken kann und ich sollte auch wie immer über Essen nachdenken, damit ich nicht vom Pony falle. Ich habe noch ein halbes Schawarma –Sandwich. Ist das frühstücklich? Der Regen hat aufgehört. Aber der Stall ist eh 15km weit weg, da ist auch egal, wie das Wetter hier ist.
Gestern bin ich ziemlich genau 15km mit dem Pony geritten, ich hätte also auch einfach nach Hause reiten können. Dann hätte ich jetzt ein Pony im Garten, das wäre auch gemütlich, aber für die Nachbarn (und das Pony) eventuell weniger nett.
Gestern im Wald sah alles nach Herbst aus. Es hat erst leicht geregnet, dann stieg Nebel auf, überall lagen Blätter auf dem Boden.
Jetzt habe ich immer noch nichts gegessen, ich esse gleich das Sandwich. Und den Tee nehme ich wohl mit. Und dann stürze ich mich in den Strudel der sozialen Interaktion. Das wird eine aufregende Woche.
Falls sie so stattfindet oder Corona irgendwann überdeutlich sagt, dass wir das lieber alles lassen sollten – also nicht, dass wir was Wildes geplant hätten.
Ich frage mich manchmal, wie das gewesen wäre, wenn ich wirklich die zwei Wochen Quarantäne gehabt hätte. Ich stand da ja zweimal quasi kurz davor. Im Wohnheim waren es am Ende ja nur drei Tage und als ich wieder zuhause war, wurde ja auch die pauschale Quarantäne für Reiserückkehrer direkt wieder aufgehoben und so war ich eben nur die drei Tage im Wohnheim eingesperrt. Die aber immerhin wirklich mit Polizei vor der Tür und da wusste ja auch niemand, dass es nur drei Tage sind und irgendwie war mir das aber egal. Also die Umstände haben mich massiv gestresst, weil die Kommunikation unterirdisch war, aber die Tatsache, dass ich nicht rausgehen darf, das war mir irgendwie wirklich egal. Ich hatte ja einen Wasserkocher und Internet. Und genug Tee und einen Laptop. Und Bücher. Und ein Bett. Das lief doch richtig.
Weiß auch nicht, was das über mich als Mensch jetzt so aussagt.
Ich hole mir jetzt das Sandwich.
Ich habe schon eine Reithose angezogen.
Schmeckt auch kalt ultimativ gut.
Der Tee ist immer noch so heiß.
In minimal zehn Minuten muss ich gehen.
Ah, Panik.
Wo ist denn die industrielle Revolution, wenn man sie mal braucht?
Ihr seid doch alle moderne Nutznießer.