Ich bin schon wach und angezogen und warte darauf, dass alle anderen Personen in diesem Raum (+1) auch angezogen sind, damit ich die Rollläden hochmachen kann und das Morgenlicht (fast…) hereinströmen lassen kann. Es wird in den Raum schwappen und alles wird anders aussehen. Wir wissen nur noch nicht, wie. In der Zeit trinke ich, zur großen Überraschung aller, Tee. Gleich kommt wieder meine Mama und dann fahren wir auf den See hinaus, ich freue mich sehr. Ich habe den Badeanzug und die Sonnencreme bereitgelegt. Es ist wie Sommerferien nur schöner. Der Tee ist zu bitter. Aber ich mag das manchmal. Wenn man sehr viel davon sehr schnell trinkt, dreht sich die Welt. Jetzt macht die andere Person in diesem Raum (weitere Überraschung: es ist Dario) die Rollläden hoch, weil ich erfolgreich genug rumgeprollt habe. Jetzt lenkt der mich vom Schreiben ab, dabei muss ich doch hier mein Innerstes nach Außen kehren. Naja, fast. Dario sagt, ich sei ein Quell ewiger Freude, und von meiner Seite aus kann ich da nur zustimmen. Gestern habe ich Bern angesehen und es ist sehr schön, die Aare sehr blau, auf dem Markt habe ich einen Lammburger gegessen und Tee und eine Nusstorte gekauft. Schokolade und allerlei anderes Zeug habe ich auch gekauft. In der Nacht hat Dario mich geweckt mit der Frage „Na, wie geht’s?“, was mich einigermaßen verwirrt hat, denn ich schlief halt so rum, wie geht es einem dabei schon? Nach dem Schlafen ging es mir aber gut, auch jetzt. Draußen ist ein Kindergarten oder eine Schule oder sowas, da lärmen Kinder rum. Ich hoffe, die bekommen keine Wodkagesichter. Ich weiß aber auch nicht, ob ich das beurteilen kann. Naja, eigentlich weiß man schon, wie das so aussieht, was nichts an der Furchtbarkeit dieses Begriffs ändert, was es sehr sinnig macht, dass ich ihn beständig wiederhole. Beständig. Jeden Tag sage ich mindestens einmal Wodkagesicht, ihr modernen Nutznießer der industriellen Revolution. Morgen oder übermorgen geht es wieder in das Deutschland. Ich schreibe das so unspezifisch, weil.. ich wollte gerade sagen, weil wir nicht wissen, wo wir hinfahren, aber das ist total gelogen, der Plan sieht Düsseldorf vor, also wem will ich hier eigentlich was vormachen? Ich nehme das Auto und fahre es nach Düsseldorf und dann ist das Auto in Düsseldorf und wir dann halt auch. Ich kontrolliere den Ölstand vorher, jaja. Ich kontrolliere überhaupt nie was an dem Auto, außer die Tankfüllung (aktuell ziemlich voll) und den Luftdruck. Öl und Wasser und all den Kladderadatsch halte ich für gottgegeben und mein Gottesglaube ist sehr stark, um nicht zu sagen, nicht vorhanden. Am Ende sieht es doch so aus. Ich muss heute noch eine Mail schreiben, aber gerade habe ich keine Lust darauf und da ich im Urlaub bin, werde ich das einfach erst heute Abend machen und da können wir dann auch nichts ändern, falls jemand das ändern wollte. Ich hoffe, der See ist schön, aber wie sollte der See nicht schön sein. Wann war ein See denn bitte das letzte Mal nicht schön? Sag ich ja. Ich mache dann auch Fotos. Oder Dario macht Fotos. Seitdem ich mir meine Kamera klauen lies (vor sechs Jahren), hat ja eh nur noch Dario eine Kamera, aber ich darf sie auch benutzen und ich glaube fast, das Objektiv, das draufsteckt, ist meins. Sharing is caring und der ganze Bla, wir ergänzen und da perfekt, nur zusammen kann ein Foto entstehen, es ist die ultimative Liebesgeschichte, ein Brechmittel sondergleichen. Wie frischer Koriander.